Ulrike Folkerts: Vom Tatort mit viel „Chuzpe“ nach Düren

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Die bekannte „Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts kommt am 25. Februar mit der Komödie „Chuzpe“ und den Hamburger Kammerspielen nach Düren. Foto: Stock/Strussfoto

Düren. Berühmt wurde Ulrike Folkerts Ende der 80er Jahre in der Rolle der „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal. Für ihre Darstellung erhielt sie sogar den GdP-Stern der Gewerkschaft der Polizei. Dass sie immer auch erfolgreich, also an großen Häusern, Theater spielte, ist weniger bekannt. Jetzt kommt Ulrike Folkerts mit der Produktion „Chuzpe“ nach Düren.

An den Hamburger Kammerspielen entstand diese Theaterfassung von Lily Bretts Roman mit gleichnamigem Titel. „Chuzpe“ ist ein dem Jiddischen entlehnter Begriff, den man mit „charmante, entwaffnende Frechheit“ übersetzen könnte. Und genau darum geht es auch in dem Stück: um die „Chuzpe“ des über 80-jährigen Edek, der seine nervenschwache New Yorker Tochter Ruth mit seinen Eskapaden auf die Palme bringt. Im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Anke Holgersson spricht die Schauspielerin über Lampenfieber und Frauentypen.

Sie haben in einem Interview einmal gesagt, dass Sie beim Theaterspielen immer noch Lampenfieber haben. Was hilft dagegen am besten?

Folkerts: Lampenfieber gehört dazu, ich habe gelernt, damit umzugehen. Es ist eine gesunde Portion Adrenalin und Aufgeregtheit vor jeder Vorstellung, weil es immer live ist, immer unvorhersehbare Dinge passieren können. Letztendlich ist das auch ein Reiz. Was hilft, ist eine erspielte Sicherheit mit der Rolle und dem Stück, und natürlich das Vertrauen in meine Kolleginnen und Kollegen, weil wir uns gegenseitig helfen würden.

Was sind die besonderen Herausforderungen, das Stück, wie in Düren, auf Tour zu spielen? Kennen Sie die Bühne im Haus der Stadt?

Folkerts: Nein, ich kenne die Bühne in Düren nicht, aber ich gehe davon aus, dass wir mit unserem Bühnenbild dort gut hineinpassen, und dann ist es fast so wie immer: Volle Kraft für ein neues Publikum, das gekommen ist, um dieses Stück, aber auch uns zu sehen.

Hat sich die Figur der Ruth seit der Hamburger Premiere vor einem Jahr verändert?

Folkerts: Im Laufe der Zeit hat sich Ruth, meine Rolle, dahingehend verändert, dass ich insgesamt freier geworden bin, das heißt, ich habe mir mehr Spielräume für Ruth erobert. Sie hat eine größere Palette von besorgt und spießig bis hin zu witzig und tatkräftig. Das gefällt mir und macht Spaß.

Sie haben auch einmal gesagt, dass Sie stolz darauf sind, der deutschen Fernseh- und Theaterlandschaft neue Frauentypen beschert zu haben. Gehört Ruth dazu?

Folkerts: Es ging mir immer darum, weg vom Klischee einer Frau zu ergründen, warum eine Figur so oder so ist. In dem Roman von Lily Brett, der dem Theaterstück „Chuzpe” als Vorlage diente, fand ich Ruth sehr nervig und überängstlich, eine Frau mit sehr zwanghaften Neurosen, fast ein bisschen unsympathisch. Inzwischen verstehe ich die Figur sehr viel besser, sie ist vielschichtiger, sie ist eine Tochter von Eltern, die den Holocaust überlebt haben, sie knabbert schwer daran, hat Ängste und Sehnsüchte nach größter Sicherheit. Mir ist es sehr wichtig, diesen Charakter ernst zu nehmen, glaubhaft zu spielen. Wenn mir das gelingt, bin ich glücklich.

Gibt es ein Erlebnis, das das Ensemble dieses Stücks besonders zusammengeschweißt hat?

Folkerts: Mein Ensemble ist ein ganz wundervolles Ensemble. Henning Bock, unser Regisseur, hat tolle Menschen zusammengebracht. Ich bin überglücklich, meinen Kollegen Joachim Bliese kennengelernt zu haben. Er spielt meinen Vater und ist mehr als nur ein guter Kollege. Von ihm kann ich eine Menge lernen. Und auch die anderen, alles Frauen übrigens, Maike Harten, Angelika Bartsch, Monika Häckermann und Rabea Lübbe, sind so tolle Kolleginnen, die ich neu kennengelernt habe. Wir haben echt Freude daran, miteinander auf der Bühne zu stehen. Das ist hervorragend und sehr wichtig für eine gute gemeinsame Kraft auf der Bühne.

Schauen Sie sich andere Theater oder Sehenswürdigkeiten in der Region an, wenn Sie in Düren gastieren? Oder vielleicht die Schönheit der Natur in der Eifel?

Folkerts: Dafür wird wahrscheinlich keine Zeit sein, leider. Das ist das Los, wenn man eine Tournee macht. Wir sind jeden Tag woanders und lernen schnell, wo die Bühne ist und wo man gut etwas essen gehen kann.

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