Ulrich Pohlmann: Der neue Chefarzt an der Kinderklinik

Von: inla
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Der neue Chefarzt der Kinderklinik, Dr. Ulrich Pohlmann (links), und der Geschäftsführer der CTW-Kliniken, Bernd Koch, an einem Inkubator (landläufig auch Brutkasten genannt) auf der Kinderstation im St.-Marien-Hospital in Birkesdorf. Foto: Ingo Latotzki

Birkesdorf. Ulrich Pohlmann ist neuer Chefarzt der Kinderklinik. Seit knapp zwei Monaten ist er am St.-Marien-Hospital, mittlerweile hat er einen guten Überblick und sich ein bisschen eingelebt.

Zuletzt war er leitender Oberarzt im Klinikum in Stuttgart. Er hat in Osnabrück und St. Augustin gearbeitet, studierte in Ulm und Gießen. Pohlmann, Jahrgang 1962, hat eine kleine Wohnung in Gürzenich. In die Kinderklinik fährt er mit dem Fahrrad, von Gürzenich aus kann er die Voreifel sehen, die er demnächst mit dem Rennrad erkunden kann. Pohlmann hat auch Sport studiert. Er schwimmt, läuft, er macht einen dynamischen Eindruck. Seine Vorstellungen für die Entwicklung der Kinderklinik beschreibt er elanvoll, er möchte eine „familienorientierte Medizin“ anbieten.

Pohlmann, Vater von vier Kindern, sieht nicht nur den kleinen Patienten, sondern das ganze Umfeld, wenn es um Behandlung und Therapien geht. Der durchschnittliche Aufenthalt im Krankenhaus liegt bei drei Tagen. Die Kinder erholen sich nach einer Operation oder intensivmedizinischer Behandlung nicht mehr unbedingt im Hospital, sondern daheim. „Deshalb müssen die Eltern genau informiert sein, was zu tun ist“, sagt Pohlmann. Untersuchungen, Befunde, Behandlungen und Nachsorge müssten genau erklärt werden. Dazu brauche es speziell geschultes Personal, eine „Multiprofessionalität“. Pohlmann erklärt das an einem Beispiel: Der Herzfehler eines kleines Kindes könne durchaus über Bilder erklärt werden, auch über selbst gemalte Bilder. Dazu müsse das Personal in der Lage sein, solche Bilder zu erstellen.

Je nach Schwere der Erkrankung seien Eltern extrem unter Stress, sie machten sich Sorgen und müssten nebenbei noch den Alltag organisieren. Was tun, wenn das Kind krank zu Hause liegt, beide Eltern aber arbeiten müssen? Wie ist zu reagieren, wenn das Kind Fieber hat oder Schmerzen?

Pohlmann will deshalb ein „Elterncoaching“ anbieten. „Gerade in der Intensivmedizin ist eine persönliche Zuwendung von Pflegepersonal und Ärzten enorm wichtig“, sagt Pohlmann. „Wenn das eigene Kind krank ist, sind bei allen Eltern die Alarmsysteme scharf geschaltet.“ Es sei dann schwer, die elterliche Sicherheit weiter zu bewahren.

Derzeit ist Pohlmann viel in der Kinderklinik unterwegs. Gespräche mit Kollegen, Abläufe beobachten, Erfahrungen sammeln. Wie das so ist, in einem neuen Job. Pohlmann ist morgens um 7.30 Uhr im Haus, sein Arbeitstag dauert bis 19.30 Uhr. „Zwischendurch ein Butterbrot“, sagt er, und eine halbe Stunde an die frische Luft.

Chefarzt zu werden, sei nicht sein Lebensziel gewesen. Es hätte sich ergeben. Frühere Kollegen hätten ihm gesagt, eigentlich müsse er Chef sein, nun ist er es, und hat eine Menge vor. Pohlmann will die Zeit, die Kollegen mit der Dokumentation von Krankheitsfällen verbringen, reduzieren. In den letzten 30 Tagen seien in der Klinik 933 Schriftsätze entstanden. Mit verbesserten technischen Methoden könne Zeit gespart werden.

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