Ulla Haesen bringt musikalische Sonne nach Hausen

Von: gkli
Letzte Aktualisierung:
10503943.jpg
Ulla Haesen brachte die musikalische Sonne nach Hausen. Foto: gkli

Hausen. Den ganzen Samstag über hatte die Sonne die Mauern von Burg Hausen aufgeheizt, in den Abendstunden strahlten die Mauern diese Wärme wieder ab. Die Zuhörer, die sich vor dem alten Gemäuer im Garten zahlreich versammelt hatten, konnten einen Abend mit südländischem Flair genießen.

Wichtigste Elemente waren allerdings nicht die Sonne und die Wärme, sondern in erster Linie die Musik. Zum dritten Mal gastierte die Sängerin und Gitarristin Ulla Haesen auf Burg Hausen, zum ersten Mal unter freiem Himmel. An ihrer Seite wusste die Künstlerin wieder hervorragende Musiker: Den Gitarristen Lorenzo Petrocca, den Bassisten Wilhelm Geschwind und den Percussionisten Jorge Brasil.

Ulla Haesen besitzt eine interessante Biografie. Sie wurde in Köln als Tochter einer Finnin und eines Berliners geboren, als Kind kam sie in die Eifel und übte sich im Musizieren und Singen. Seit Jahren lebt sie in Keldenich bei Kall. Nach einem brasilianischen Konzert im Alten Pfandhaus in Köln mit ganz viel Bossa Nova spezialisierte sie sich auf diese heißblütige, emotionsreiche Musik und deren Texte. Seither singt Ulla Haesen in erster Linie auf Portugiesisch. So auch am Samstagabend.

„Flor de Lis“ (Lilie) lautete einer der ersten Titel. Die Musikerin erzählte, bevor sie das Lied anstimmte, kurz den Inhalt. Wie in vielen Texten, die in den Ländern von Samba und Bossa Nova entstehen, besitzen Symbole eine tragende Rolle. In „Flor de Lis“ geht es um einen Mann, der seine Freundin enttäuschte. Die Lilie gedeiht nicht mehr, sie vertrocknet und es scheint keinen Weg zurück zu geben.

Weitere Stücke wie etwa „Água De Beber“ (Wasser zum Trinken), geschrieben von Antônio Carlos Jobim, oder auch „Até o Fim“ (Bis zum Ende) standen auf dem Programm. Das Quartett wartete mit einer ausgezeichnete Homogenität auf, die Musiker ergänzten sich perfekt, glänzten aber auch immer wieder solistisch.

So gefiel Percussionist Jorge Brasil, in dem er bewies, dass auch auf einem schlichten Tambourin ein rasanter Chorus möglich ist, ebenso auf dem einsaitigen Berimbau, einem typisch brasilianischen Instrument. Ulla Haesen besticht eher nicht durch eine große, obertonreiche, sondern durch eine eingängige, leichte Stimme, die wie ein frischer Sommerwind wirkt. Die Musikerin freute sich zum Einen über den gelungenen Abend, der ihr und den Männern an ihrer Seite viel Applaus bescherte. Im August fliegt sie nach Rio, um sich den Bossa-Wurzeln weiter anzunähern.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert