„Überwiegend potthässlich”: CDU-Fraktionschef weist Kritik zurück

Von: sj
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Düren. „Bürgerbeteiligung bei der Stadtentwicklung” war das erste Bürgergespräch im Dürener Stadtmuseum überschrieben. Die dort gefallene Aussage, Düren sei „überwiegend potthässlich”, will Karl-Albert Eßer, CDU-Fraktionsvorsitzender im Dürener Stadtrat, so nicht stehenlassen.

„Ein offensichtlich städtebaulich versierter und der deutschen Umgangsprache mächtiger Bürger kann stolz sein, mit diesem Ausdruck mediale Aufmerksamkeit erzeugt zu haben. Doch mediale Aufmerksamkeit ist das eine, Anerkennung der Aufbauleistung der Dürener nach dem Zweiten Weltkrieg das andere.”

„Ist es nicht gegenüber den Menschen des Wiederaufbaus respektlos, die Stadt insgesamt als potthässlich zu bezeichnen?”, fragt Eßer, der weiter sagt: „Zur Erinnerung an den oder die Marktschreier: Die Stadt wurde am 16. November 1944 zu 95 Prozent zerstört. Sie wurde so zerstört, dass die damaligen Stadtväter und Stadtmütter überlegten, diese Stadt an einer anderen Stelle wiederaufzubauen. Sie haben sich für den alten Standort entschieden.”

Der Aufbaustil der 50er Jahre präge die Stadt. „Ist Düren wirklich potthässlich? Ist die nach dem Krieg neu erbaute Annakirche potthässlich? Ist die gerade neugestaltete Kulturmeile mit der Musikschule, dem Leopold-Hoesch-Museum und der Pleußmühle potthässlich? Ist die Holzstraße, die fast als einzige Straße den Krieg unbeschadet überlebt hat, potthässlich?”, fragt Eßer weiter.

„Tausende Mitbürger und die Besucher aus dem Umland” würden seiner Meinung nach kaum in einer „potthässlichen Innenstadt” einkaufen und sich in den Außencafés aufhalten. Düren sei sicherlich - wie auch das beliebte und benachbarte Köln - „keine klassische Schönheit”, aber es habe „viele schöne Ecken, die zum Wohlfühlen einladen”.

Eßer: „Manchmal kommt es - wie bei uns Menschen - eher auf das Auge des Betrachters an. Wir mögen oder lieben Menschen, auch wenn sie nicht schön sind, weil sie viele gute Eigenschaften haben. Und so wird auch eine Stadt ganz wesentlich von ihren engagierten, weltoffenen, anpackenden Menschen geprägt.” Es sei richtig, dass die Stadt in den kommenden Jahren vor weiteren städtebaulichen Herausforderungen stehe, die mit dem neuen Dezernenten angegangen werden müssten.

„Dass ein Masterplan dabei helfen könnte, habe ich in meinen kürzlich veröffentlichten Leitlinien für die Zukunft der Stadt deutlich gemacht. Über Stadtentwicklung sollte man immer streiten - offen, fair und vor allem konstruktiv”, betont Eßer.
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