Überstürzte Eile im Rettungseinsatz fehl am Platz

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
feuerwehrübungbild1
Mit einer Lore werden Opfer aus dem Tunnel der Euregio-Bahn bei Langerwehe geborgen. Foto: bel

Langerwehe. Sirenengeheul, Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Langerwehe sind als erste vor Ort. Situation: Im 300 Meter langen Uhlhaustunnel ist in einem Schienenfahrzeug der Euregiobahn ein Brand ausgebrochen. 20 Menschen sind eingeschlossen.

Feuerwehren aus den Nachbargemeinden und aus Düren brausen heran. Rettungswagen vieler Hilfsorganisationen spucken ihre Hilfskräfte aus. Einige wenige Verunglückte haben den Weg bis vor den Tunnel selbstständig geschafft und werden erstversorgt.

Überall markerschütternde Hilfeschreie. Kommandos von Sanitätern wie: „Macht schnell, Stefan atmet nicht mehr!” Erste Helfer betreten mit Atemschutzmasken den neuen Tunnel, der schwarze Rauchschwaden herausbläst. Schweres „Scheren-Spreizgerät” wird angekarrt.

Weitere Verletzte werden auf Tragen und mit einer Lore aus dem Tunnel geholt. Der Notarzt hat alle Hände voll zu tun. Bald heißt es „Wasser marsch!” und die Löscharbeiten können beginnen. Am Schluss hieß es: Alle 20 Verletzten sind geborgen und in die nächsten Krankenhäuser gebracht worden. Übung erfolgreich abgeschlossen!

Der fiktive Alarm für die 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei, der zur Zufriedenheit der Verantwortliche ablief und bei dem wichtige Erkenntniss gewonnen wurden, stellte die größte Übung der Langerwehe Feuerwehr in den vergangenen zehn Jahren dar.

Zügig, aber nicht überstürzt gingen die Rettungskräfte an die Arbeit. „Hast ist hier fehl am Platz”, kommentierte Einsatzleiter Timo Löfgen, „die Feuerwehrleute, Sanitäter, ja alle Helfer, müssen dafür Sorge tragen, dass sie in überstürzter Eile nicht selbst in Gefahr geraten!”

Neben Bürgermeister Franz-Josef Löfgen und vielen Prominenten aus Vereinen, Verbänden und Politik, hatte NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf den Weg nach Langerwehe gefunden. „Übungen diese Art sind für den Ernstfall sehr wichtig”, sagte Wolf, „denn wie sollten die Männer und Frauen reagieren, wenn sie keinerlei Vorstellungen von den Abläufen bei Katastrophen haben?”

Dem konnte der Langerweher Bürgermeister Franz-Josef Lövenich nur zustimmen. „Der neue Tunnel und die neue Strecke sind für unsere Gemeinde ein hoher Gewinn”, freute er sich, „doch wünsche ich mir, dass die Strecke zwischen Langerwehe und Düren bald dreigleisig wird!”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert