Überraschendes Aus für die Burgfestspiele

Von: Franz Sistemich
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Ein Bild der Vergangenheit: Dicht gedrängte Zuschauerreihen wird es auf der Nideggener Burg kaum noch geben. Die Burgfestspiele finden nicht mehr hoch über dem Rurtal statt.

Nideggen. Das Telefon klingelte am Dienstag gegen 8 Uhr bei Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer. Wolfgang Spelthahn rief an. Der Landrat des Kreises Düren und Beisitzer der Kulturinitiative im Kreis Düren wartete mit einer unliebsamen Kunde auf.

Die Kulturinitiative, teilte Spelthahn mit, müsse die Burgfestspiele in Nideggen absagen und nach Schloss Merode verlegen. Vom 19. August bis zum 3. September sollten sie auf der Burg hoch über dem Rurtal stattfinden. Zwei Konzerte waren schon ausverkauft: Für „Ich + Ich” sowie für die Kölner Kult-Rocker „BAP” gab es keine Karten mehr.

Die Bürgermeisterin war keineswegs erfreut über die Mitteilung. Nideggens Stadtratsmitglieder am selben Abend auch nicht.

Einstimmiger Beschluss

Nachdem Margit Göckemeyer die Volksvertreter im öffentlichen Teil der Sitzung kurz informiert hatte, ging sie im nicht-öffentlichen Teil ins Detail, nannte die Gründe, die Spelthahn bewogen, in diesem Jahr Nideggen mit den Burgfestspielen den Rücken zu kehren.

Das Kommunalparlament fasste einen einstimmigen Beschluss, monierte, dass die Stadt vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei, dass Bürgermeisterin und Rat in keiner Weise in die Entscheidungsfindung einbezogen worden seien. Kurzum: Eine konstruktive Zusammenarbeit für die Entwicklung der Region sehe anders auf. Die wirtschaftlichen Nachteile seien nicht auszugleichen, gerade im Bereich der Gastronomie und Übernachtungsbetriebe werde sich das Ausbleiben von rund 10.000 Besuchern massiv auswirken.

Gegenüber unserer Zeitung verwies die Bürgermeisterin auch die bisher geleisteten Vorbereitungen von Freiwilliger Feuerwehr und Ordnungsamt, aber auch von der Nideggener Geschäftswelt, von der es noch keine offizielle Stellungnahme gab.

Gegenüber unserer Zeitung ließ Landrat Wolfgang Spelthahn aber auch keinen Zweifel daran, dass es keine andere Möglichkeit gab, als wenige Wochen vor der Auftaktveranstaltung am 19. August die Reißleine zu ziehen: „Es ist uns nicht leicht gefallen, diese hochkarätige Veranstaltung mit über 10.000 Besuchern aus Nideggen abzuziehen. Aber die juristische Situation war so verfahren, dass die Kulturinitiave keine andere Entscheidung treffen konnte.”

Der Landrat wollte nicht ins Detail gehen und keine Namen nennen, doch sagte: „Es liegen mehrere Klagen von Gastronomen und Geschäftsleuten entlang des Zugangs zur Burg vor.”

Es ist kein Geheimnis, dass es wegen der Absperrungen während der vergangenen Burgfestspiele massive Beschwerden auch von Gastronomen gegeben hat. Während des Mittelaltermarktes eskalierte die Situation, als ein erboster Autofahrer einer an einer Absperrung postierten Dame über den Fuß fuhr.

„Der Weg zur Burg ist das Nadelöhr, das für die Besucher als einer der Fluchtwege vom motorisierten Verkehr freigehalten werden muss”, betonte der Landrat, der darauf verwies, dass die Vorsitzende der Kulturinitiative, Käthe Rolfink, und er im Falle eines Unglücks verantwortlich gemacht werden könnten.

Ende der vergangenen Woche habe sich die juristische Situation zugespitzt. Die Kulturinitiative habe den Kontakt zu Prinz Charles Louis von Merode gesucht. Die Familie, die kein wirtschaftliches Interesse habe, habe in rekordverdächtiger Zeit ihre Zustimmung gegeben. Jetzt müssten noch jede Menge Details geklärt werden.

„Ich habe den Nideggenern zugesagt, dass wir weiter an kulturellen Veranstaltungen auf der Burg Nideggen festhalten. Wir werden ein entsprechendes Konzept erarbeiten müssen”, sagte der Landrat. Ob die Burgfestspiele auch in den kommenden Jahren als Schlossfestspiele in der Meroder Herrschaft tausende Besucher anlocken sollen, steht noch in den Sternen.
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