Übergangsheime reichen nicht aus

Von: Stephan Johnen
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Die Stadt Düren plant, den „Alten Bahnhof“ in Merken für zwei Jahre anzumieten, um dort ein Übergangsheim für Asylbewerber einzurichten.

Merken. Der „Alte Bahnhof“ in Merken, der zuletzt eine Vergnügungsstätte beheimatete und seit Beginn des Jahres leer steht, könnte als Übergangsheim für Asylbewerber genutzt werden. Weil immer mehr Flüchtlinge aus politischen und humanitären Gründen nach Düren kommen, besteht Handlungsbedarf.

Die Stadt Düren plant, das Objekt für zwei Jahre anzumieten. Diese Pläne werden bei einer gemeinsamen Sitzung des Bezirksausschusses Merken und des Sozialausschusses am Dienstag, 17. September, um 16.30 Uhr im Sitzungsbüro des Bürgerbüros diskutiert.

„Angesichts steigender Asylbewerberzahlen reichen die Kapazitäten der Stadt nicht mehr aus“, sagte Sozialamtsleiter Christian Sanfleber auf Nachfrage. Derzeit sind 134 Asylbewerber in den zwei städtischen Einrichtungen untergebracht. Es gibt ein Übergangsheim in Arnoldsweiler und eines an der Friedenstraße im Osten der Stadt. Für weitere 173 Menschen hat die Stadt Privatwohnungen im Stadtgebiet angemietet. Waren es im vergangenen Jahr 64 Asylbewerber, die die zuständige Bezirksregierung Arnsberg der Stadt Düren zugeteilt hat, kamen in diesem Jahr bereits in den ersten neun Monaten 81 Menschen aus dem osteuropäischen Raum, aus Ägypten und Syrien an die Rur. Sanfleber rechnet damit, dass die Zahlen weiter steigen und auch mehr Kriegsflüchtlinge aus Syrien nach Düren kommen. Zugleich werde es immer schwieriger, Mietwohnungen zu finden. Die Verwaltung suche beispielsweise mit Veröffentlichungen in Pfarrbriefen nach weiterem Wohnraum.

Abhilfe könne die Immobilie in Merken schaffen, die vor einer Nutzung jedoch noch hergerichtet werden müsste. Die Kosten dafür schätzt die Verwaltung nach mehrfachen Besichtigungen auf 20.000 Euro. Der Besitzer habe die Stadt gebeten, die Kosten zu übernehmen, dafür wolle er der Verwaltung bei der Miete entgegenkommen.

Statt der ursprünglich geplanten 20 Personen könnten in Merken allerdings nur zwölf Menschen aufgenommen werden. Grund sind erweiterte Brandschutzmaßnahmen, die erforderlich sind, um mehr als zwölf Personen unterbringen zu können. Sollte sich die Lage allerdings nach zwei Jahren nicht entspannen, müssten die Mehrkosten für den Umbau in Höhe von 58 000 Euro bereitgestellt werden, heißt es in der Vorlage an die Ausschüsse.

Dem Vernehmen nach soll auch ein Hotel an der Kölner Landstraße in Düren für eine Anmietung oder gar einen Kauf in Betracht kommen. „Wir haben mit dem Eigentümer des ‚Alten Nachtwächters‘ Gespräche über eine Anmietung geführt. Uns wurde die Immobilie sogar zum Kauf angeboten“, sagte Christian Sanfleber. „Das Objekt erwies sich allerdings als ungeeignet. Es ist zu groß.“

Die Stadt Düren gab zuletzt für Unterbringung und Betreuung (etwa medizinische Versorgung) von Asylbewerbern 1,3 Millionen Euro aus, das Land steuerte 300.000 Euro hinzu. „Dieser Ansatz reicht aber nicht“, sagte Sanfleber. Das Amt benötige in diesem Jahr weitere 500.000 Euro.

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