Über Manches hinwegsehen und die Ruhe bewahren

Von: Christoph Hahn
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Würzte seinen Vortrag mit Humor und bisweilen einer Prise Sarkasmus: Pädagoge Thomas Hax-Schoppenhorst. Foto: Hahn

Düren. Er kennt die Theorie und die Praxis, ist Pädagoge, Buchautor und Vater: Wenn Thomas Hax-Schoppenhorst etwas zum Thema „Pubertät” zu sagen hat, dann kommt das gewiss nicht aus dem akademischen Elfenbeinturm. Das wissen jetzt auch Eltern und Lehrer der Heinrich-Böll-Gesamtschule.

Bis auf den letzten Platz füllten sie die Stühle in der Aula, als der Gast, der sowohl in den Diensten der LVR-Klinik als auch seiner Familie tätig ist, dort das Wort ergriff.

Es stellte sich rasch heraus: Dieser Vortrag war keiner wie viele andere. Zwar geizte Hax-Schoppenhorst nicht mit Fakten. Aber selbst diese Tatsachen, die sonst für den Geist so etwas sind wie trockenes Brot für den Körper, gewannen in seinem Referat Ereignis-Charakter. Dass alles das, was in jungen Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden passiert, sich in seiner Darstellung so lebendig präsentierte, liegt im Wesentlichen am Vortragsstil.

Denn der gebürtige Recklinghäuser doziert nicht auf sein Publikum ein und gebraucht auch keine abgehobene Sprache: Er würzt seine Darbietung des Themas mit intensiver Mimik und Gestik, geizt dabei nicht mit sarkastischem Witz, wenn er aus dem ganz, ganz prallen Leben schöpft. Guten Rat gab es bei Thomas Hax-Schoppenhorst natürlich auch. So riet er Eltern und Lehrern vor allem zu einem: zu Gelassenheit. Darüber hinaus macht er die „Hauptaufgaben in der Pubertät” aus: „Verständnis, Vertrauen, Authentizität, die Bereitschaft, sich selber in Frage zu stellen”.

Tipps für den Umgang mit dem real existierenden Kind verteilte Hax-Schoppenhorst auch darüber hinaus mit freigiebiger Hand. Ein Ratschlag: „Jugendliche achten richtige Erwachsene mehr als Berufsjugendliche. Lassen Sie die Röhrenjeans also im Schrank”, warnte er vor jeglichem Anbiedern. Ruhe bewahren sei das Gebot der Stunde: „Provokationen sollten uns nicht daran hindern, erwachsen zu bleiben.” Und: „Überhören und übersehen Sie, was nicht unbedingt angesprochen werden muss - Haare, Mode oder Ähnliches.” Der Schulterschluss mit anderen Eltern könne durchaus helfen: „Sprechen Sie zur Entlastung.” Kaum Wunder nahm es da, dass sich eine lebendige Diskussion anschloss.
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