Turnverein hat das alte Sommerbad fit für die Zukunft gemacht

Von: Gudrun Klinkhammer
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Helga Eichel und Ralf Krüger sind mit der Umrüstung zufrieden. Foto: Klinkhammer
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In den ersten Jahren bestand das Sommerbad aus einem 100 Meter langen Becken. Ein Steg sorgte dafür, dass um das Bad nicht immer ganz herum gegangen werden musste.

Düren. Es war ein gewaltiger Kraftakt, aber es hat sich gelohnt. „Für die nächsten 20 Jahre dürfte das Sommerbad bestens gerüstet sein“, sagt Ralf Krüger. Der 48-Jährige ist Angestellter beim Dürener Turnverein 1847 (DTV) und als solcher für das Sommerbad zuständig.

Geschäftsführerin Helga Eichel blickt ebenfalls zufrieden in die Zukunft. In den vergangenen Jahren wurde das Schwimmbad in direkter Nachbarschaft der Rur mit seinen vier Becken auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Eichel: „Speziell beim Sommerbad, das mitten in einem Natur- und Landschaftsschutzgebiet liegt, ein extrem schwieriges Unterfangen.“

Gespeist wird die Anlage aus eigenen Brunnen. Eine Biokläranlage und eine neue Filtertechnik, die allein 250.000 Euro kostete, stehen am Ende der Wasserkette. Während viele Schwimmbäder an einer neuen rechtlichen Vorgabe, die eine vollautomatische Regeltechnik verlangt, schon allein aus finanziellen Gründen scheitern, krempelten die Mitglieder die Ärmel hoch. Unterm Strich kostete die Umrüstung des Bades 300.000 Euro, 150.000 Euro erbrachten die Aktiven in Eigenleistung.

Zu den Neuerungen zählt auch, dass kein gefährliches Chlorgas mehr zum Einsatz kommt, sondern ab sofort Flüssiggas. 140.000 Euro flossen aus der Sportpauschale. Helga Eichel: „Um an dieses Fördergeld zu gelangen, muss allerdings eine Eigenleistung von 50 Prozent vorliegen.“ Zurücklehnen können sich die Verantwortlichen jedoch nicht, denn auch die laufenden Kosten des Sommerbades müssen gedeckt werden. Krüger sagt dazu: „Die laufenden Kosten sind nicht niedrig, so muss allein für die regelmäßige Entnahme der Wasserproben und deren Untersuchung 7000 Euro pro Jahr eingeplant werden.“

Bei all diesen Zahlen stellt sich schnell die Frage: Wie kann eine derartige Anlage überhaupt auf finanziell sichere Füße gestellt werden, wenn es an anderen Orten immer schwieriger wird, Freibäder zu unterhalten?

Die Antwort ist verblüffend einfach. „Treue zahlt sich aus. Denn wer dem Sommerbad die Treue hält, der wird belohnt“, erklärt Helga Eichel. Das Bad wird schlichtweg von Mitgliederbeiträgen getragen, hinzu kommt eine große Portion Eigenleistung. Dafür werden die Mitglieder insofern belohnt, dass sie ein immer top gepflegtes Schwimmbad vorfinden, geeignet für alle Generationen, mitten gelegen in einem herrlichen Sportpark und in verlockend schöner Natur. Helga Eichel sagt: „Alle kennen sich hier, es ist eine große Familie, ein tolles Gefühl.“

Erbaut wurde das Bad in den 1930er Jahren, in den 1950er Jahren kaufte der Dürener Turnverein die Anlage. Zunächst interessierten sich von den damals 1200 DTV-Mitgliedern 700 gezielt für das Schwimmbad und unterstützten es mit einem finanziellen Beitrag. Inzwischen zählt der DTV 3700 Mitglieder, 2300 unterstützen davon das Sommerbad.

Seit fünf Jahren bleibt die Mitgliederzahl konstant. Gäste dürfen zwar mitgebracht werden, allerdings nur, wenn sie Sommerbad-Luft schnuppern wollen, um eventuell Mitglied zu werden, oder von weiter her kommen. So sind etwa Austauschschüler willkommen. Generationen von Dürenern haben bereits zwischen dem 1. Mai und dem 15. September den üblichen Weg genommen: Zuerst wird die Wiese am Sandkasten und dem Baby- und Kinderbecken gemeinsam mit den Eltern belegt, in den kommenden Jahren, wenn die Kinder größer werden, wird die Wiese am Becken belegt, das eine Rutsche besitzt. Irgendwann legen sich die Jugendlichen dann weit weg von den Eltern, bis sie mit den eigenen Kindern zurückkommen und wieder am Babyplanschbecken anfangen. „Die Senioren liegen am liebsten hinter dem Sprungturm, da ist es am ruhigsten“, weiß Ralf Krüger.

Auch das soziale Engagement werde im Verein groß geschrieben. Kinder vom Kinderheim St. Josef, die „Rüttger Kids“ sowie Bedürftige und Teilnehmer von Bundesjugendspielen erhalten freien Eintritt beziehungsweise einen Preisnachlass.

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