Türke im Schottenrock: Bülent Ceylan entlarvt Vorurteile

Von: Gudrun Klinkhammer
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Bülent Ceylan beobachtet kabarettistisch den Umgang der Kulturen miteinander zur Freude der Zuschauer in der Arena Kreis Düren. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Ob Harald oder Hasan, die Figuren, denen der Komiker Bülent Ceylan auf der Bühne Leben einhaucht, sind irgendwie jedem bekannt. Am Donnerstagabend trat der gebürtige Mannheimer, der deutsch-türkische Wurzeln besitzt, in der Arena Kreis Düren mit seinem aktuellen Programm „Haardrock“ vor gut besetzten Reihen auf.

Am Freitag wiederholte er die Show vor ausverkauftem Haus. Still und heimlich tritt der Kabarettist, der 2011 und 2014 beim Heavy-Metal-Festival in Wacken zu sehen war, nicht vor seine Fans. Schottische Rock-Musik und ein knallendes Bühnenfeuerwerk eilen dem 38-Jährigen voraus. „Düüüüüüren, seid ihr bereit für Hasan?“, schrie er durch das Head-Set, um dann den Prototypen eines Türken zu präsentieren, wie er in den Köpfen vieler Deutscher herumschwirrt.

Er entlarvt Vorurteile und Absurdes im Umgang der verschiedenen Kulturen miteinander und macht sie lächerlich. „Wenn Du mich riechst, bist Du schwanger“, baut sich Hasan auf. Das Wort „Testosteron“ geht ihm nicht flüssig und komplett über die stotternden Lippen, egal, macht er eben „Domestos“ draus. Das Publikum lacht sich schlapp. Doch auch Hasan alias Ceylan kichert, lacht und grunzt vor Freude und Spaß am eigenen Tun immer wieder vor sich hin. Ceylan sinniert mitten in der Hasan-Präsentation: „Manchmal – ich hab mehr Spaß als ihr.“

Bevor der Komiker mit großem Erfolg ins Showgeschäft einzog, studierte er nach dem Abitur Philosophie und Politikwissenschaften. Doch noch ein wenig zu Hasan: „Frauen sollen intelligent sein, alles andere kann man operieren“, lautet eine seiner Parolen. Dass Frauen Multitasking fähig sind, stellt der Macho mit folgendem Satz in Frage: „Warum geht bei denen nicht Sex und Kopfweh gleichzeitig?“

Integrationstabletten wünschte sich Bülent Ceylan, als er kürzlich gefragt wurde, ob er die Schwester von Conchita Wurst sei. Ceylan konterte: „Nee, ich hab ne echte Wurscht, aber ist auch Wurscht.“ Seinem Umfeld schaut er genau auf den Mund, die Klaviatur der Dialekte spielt er rauf und runter. Fast vorwurfsvoll merkt er an, dass im Rheinland das „G“ nicht gesprochen wird. „Hast Dich jut jehalten“, auf diesem Satz reitet er ebenso gerne herum wie auf der Feststellung „jut jejessen“ zu haben. Letztlich behauptet er sogar, dass die Menschen je nach Dialekt anderen Sex haben und schmunzelt: „Da steckst Du nicht drin.“

Super auch die Geschichten, die Bülent Ceylan frei von der Leber weg und mit viel Improvisationskönnen erzählt, etwa vom Versuch, eine neue Partnerin zu finden. Alles hat der Mann schon probiert, vom Blinddate bis hin zum Vollkontakt. Irgendwann landete er bei Mändi aus Sachsen. Bülent Ceylan schilderte mit Unschuldsmine dem hingerissenen Publikum: „Mit Mändi war ich schon bis unter die Dusche.“ Dort sagte die Sächsin dann zu ihrem etwas schüchternen Gegenüber: „Hör mal, sollen wir vielleicht mal was Böses machen?“

Der Mitduscher zeigte sich begeistert und spritzte Mändi Shampoo ins Auge, woraufhin die zarte Verbindung ein jähes Ende fand. Der Abend ging in diesem Stil weiter mit einem Künstler, in den sich das Publikum Hals über Kopf verliebte.

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