Trotz Klassenerhalt ist der 1. BC Düren nicht zufrieden

Von: Hannes Schmitz
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Sie waren mit die Garanten für den Klassenerhalt: Sandra Marinello und Jürgen Koch. Foto: Schmitz
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Rolf Pütz: Die nächste Spielzeit ist auch finanziell gesichert. Foto: Schmitz

Düren. Eigentlich könnte Rolf Pütz, Vorsitzender der 1. BC Düren, zufrieden sein. Die erste Mannschaft hat den Klassenerhalt in der Badminton-Bundesliga geschafft, hat zwei Spieltage vor Saisonende ein Fünf-Punkte-Polster auf einen Abstiegsplatz. „Vor den ersten Ballwechseln in der höchsten Liga mussten wir einiges stemmen“, erinnert sich der Clubvorsitzende. „Da hatte ich so manche schlaflose Nacht“.

Der Kader mit dem der BC den Aufstieg schaffte, war bis auf zwei Ausnahmen nicht erstligareif. Neue Spieler mussten verpflichtet werden, falls man nicht direkt wieder absteigen wollte. Dazu musst zunächst ein finanziellen Rahmen geschaffen werden, um Erstliga-Sport zu ermöglichen. Schulden machen wollte der Verein nicht, sondern solide Finanzpolitik stand im Vordergrund.

Zwar wurden auch Sponsoren gefunden und eine wirtschaftliche Basis zementiert, doch insgeheim hatte sich Rolf Pütz mehr versprochen, um im Bundesliga-Betrieb Akzente zu setzen. Und die sportliche Note, gibt der Vorsitzende zu, litt darunter. Mit den Spielern, die überwiegend aus England kamen, sowie dem österreichischen Doppel und Europameisterin Sandra Marinello wäre sportlich mehr drin gewesen.

„Hätten wir mehr Geld zur Verfügung gehabt, ein Platz unter den ersten Drei wäre aufgrund unserer Spielstärke möglich gewesen“, ist er überzeugt. Nur sei es aus Kostengründen nicht immer möglich gewesen, alle Spieler „einfliegen“ zu lassen. Manche Einzel wurden schon im Vorfeld verloren gegeben, öfters setzte der BC lediglich auf ein Quartett, um die notwendigen Punkte zu holen. Manchmal schon ein Vabanque-Spiel. Die erste Liga sei eben sehr kostenintensiv, rechnet er vor und kritisiert vor allem die Gestaltung des Spielbetriebes.

Die Doppelspieltage in der ersten Liga sind ihm ein Gräuel. Heute in der Halle der Nelly-Pütz-Schule und am Sonntag in Berlin, Rosenheim oder hoch in den Norden. Flüge müssen geordert, die Akteure am Flughafen abgeholt, die Reise zum Spielort einschließlich Übernachtung organisiert werden. Enorme Kosten entstünden so und erhebliche Belastungen für die Spieler sowieso. Oft sah es an „Tagen wie diesen“ so aus: Spielbeginn 14 Uhr, nach dem letzten Ballwechsel duschen, eine Kleinigkeit essen, ab in Privat-Pkw oder Bus, Anreise zum weit entfernten Spielort, Spielen am nächsten Tag erneut um 14 Uhr, Abreise, meistens eine zweite Übernachtung für die ausländischen Spieler, da nach der Heimreise spätabends kein Flug mehr nach London ging.

Wenig zuschauerfreundlich sind für Rolf Pütz auch die Spielbeginn-Zeiten: „Wer kommt schon am frühen Samstagnachmittag in die Halle?“ Gleiches gelte für Sonntag oder für Dienstagabend. So ist er auch nicht mit der Zuschauerresonanz zufrieden. Er hatte mehr erwartet, hofft aber, dass in der kommenden Spielzeit die Dürener und ihre Umgebung Badminton in der Bundesliga entdecken. Vielleicht liegt es aber auch an der Halle, macht er sich so seine Gedanken und denkt über einen Ortswechsel nach, in eine Sporthalle, wo es Tribünenplätze gebe. Vielleicht reiche es vielen Zuschauern nicht – wie jetzt in der Halle – nur nahe an Spielern und Spielfeld „dran zu sein“.

Aber auch der Spielplan ist ihm ein Dorn im Auge. „Mehrere Wochen Pause zwischen den Spieltagen ist eine Unmöglichkeit“, empfindet er. „Das lässt das Interesse an der Sportart erlahmen, weil keiner mehr die Übersicht hat.“ Auch wenn Badminton Individual- und Mannschaftssport sei, müsse es zu anderen Regelungen kommen. Immer wieder würde der Spielbetrieb durch Turniere verschiedener Art unterbrochen.

Da Spieler viele Profis seien, spielten sie dort, wo es etwas zu verdienen gäbe. So seien die Ergebnisse der Bundesligapartien manchmal kaum verständlich, aber nachzuvollziehen, wenn mal wieder Vereine ersatzgeschwächt antreten. Der BC kann insbesondere davon ein Lied singen, wenn man notgedrungen mit einem B-Team antreten musste. Der Blick auf die Tabelle spiegele daher nicht unbedingt die eigentliche Leistungsstärke wieder.

Ob es allerdings einmal zu Veränderungen kommen werde, Pütz ist da eher skeptisch. Beruhigter blickt er allerdings der kommenden Saison entgegen. Der finanzielle Rahmen stehe insoweit, so dass der BC nicht wieder bei Null beginnen muss. Die sportliche Entwicklung macht ihm dagegen Kopfzerbrechen, weil nicht alle Akteure in ihrer Leistungsbereitschaft überzeugten und daher über neue Spieler nach gedacht werden muss.

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