Trödelmarkt treibt Radsportler aus der City

Von: Jörg Abels
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Dieses Bild wird es 2011 so nicht geben: Gut tausend Radsportfans verfolgten auf der Schenkelstraße den Schlussspurt von „Rund um Düren”. Die 78. Auflage findet in Kreuzau statt. Foto: ja

Düren. Der Jahreskalender der Stadt Düren ist 2011 um einen sportlichen Höhepunkt ärmer: Das traditionsreiche Radrennen „Rund um Düren” macht am 17. April einen Bogen um die Kreisstadt und wird mit Start und Ziel nach Kreuzau ausweichen.

Gezwungenermaßen, wie Wulf Walther, Vorsitzender des ausrichtenden RSV Düren, auf DZ-Anfrage bestätigte. Grund ist eine Terminüberschneidung mit dem Dürener Trödelmarkt, der seit einem Ratsbeschluss aus den 90er Jahren immer am Palmsonntagswochenende stattfinden soll. Darauf hätten sich die Schausteller in ihren Planungen auch bereits für 2011 eingestellt, erklärte Stadtsprecher Helmut Göddertz.

Der RSV muss sich nach den Rennsportkalendern richten

Problem nur: Der RSV Düren kann mit dem Termin des nationalen Radsportklassikers nicht mal eben so ausweichen. Der Verein muss sich nach den Rennkalendern des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) und des Radsportweltverbandes UCI richten. Sonntage, an denen bereits andere Radrennen in NRW oder Rheinland-Pfalz stattfinden, sind demnach als Alternativen tabu, erklärt Wulf Walther.

Einen Ersatztermin hätten BDR und UCI den Dürenern dennoch anbieten können: Ostersonntag, 24. April. Doch bei dem spielen Polizei und Straßenverkehrsamt anders als in früheren Jahren nicht mit. Aufgrund des zu erwartenden Ausflugsverkehrs würden die für das Radrennen durch die Eifel erforderlichen Straßensperrungen zu enormen Verkehrsbehinderungen führen, erklärte Polizeisprecher Willi Jörres das Veto seiner Behörde. Einer Austragung parallel zum Trödelmarkt hingegen hätte aus polizeilicher Sicht nichts entgegengestanden.

Markt soll nicht in zwei Teile zerfallen

Das hätte aber bedeutet: Der von der Stadt mit der Trödelmarkt-Organisation beauftragte Dürener Schaustellerverband hätte Veranstaltungsflächen an den RSV abtreten müssen. Der verweist aber auf bereits geschlossene Verträge und befürchtete eine Teilung des Marktes in zwei Bereiche, da die Schenkelstraße bekanntlich für die Rennen der verschiedenen Altersklassen immer wieder gesperrt werden muss. Eine Einigung scheiterte.

Montagabend teilte Bürgermeister Paul Larue dem RSV-Vorsitzenden mit, dass das Rennen am 17. April nicht in der Innenstadt stattfinden kann. „Daraufhin habe ich über Nacht ein Konzept erarbeitet, wie das Rennen mit Start und Ziel in Kreuzau gerettet werden könnte”, berichtet Walther.

Denn eines kam für den RSV-Vorstand nicht in Frage: Das Rennen mit seiner 100-jährigen Tradition und seinem hohen Stellenwert unter den Aktiven im kommenden Jahr absagen. Walthrs Konzept überzeugte Kreuzaus Bürgermeister Walter Ramm. So wird sich ein Teil der nationalen Radsportelite zur 78. Auflage des Klassikers „Rund um Düren” am 17. April in Kreuzau einfinden.

Dankbar für die spontane Hilfe

„Ich bin der Gemeinde für ihre spontane Hilfe sehr dankbar”, erklärte Walther, „und habe betont, dass Kreuzau nicht nur ein Notstopfen sein wird. Nach dem Renntag werden wir uns zusammensetzen und über das weitere Vorgehen sprechen.”
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