Trianel muss Bedenken der Bürger ins Pflichtenheft aufnehmen

Von: sis
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Schmidt. Rund 30 Einwohner von Schmidt nutzten am Donnerstag die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die geplante Trassenführung für die Netzanbindung des geplanten Wasserspeicherkraftwerkes Rur an das überregionale Hochspannungsnetz zu informieren.

Sie taten dies im Rahmen einer Sondersitzung des Nideggener Stadtrates im Saal des Schützenhofes. Die SPD-Fraktion hatte diese beantragt. Hintergrund: Es läuft das Raumordnungsverfahren für die Trassenführung, bei dem noch in diesem Monat Anregungen und Bedenken auch bei der Bezirksregierung in Köln und beim Kreis Düren vorgebracht werden können.

Vertreter der Firma Trianel erläuterten des aktuellen Sachstand. 500 Meter breit ist der gut 20 Kilometer lange Korridor vom Oberbecken zwischen Strauch und Schmidt bis hinter Vlatten, in dem der Strom zum größten Teil per Erdkabel und erst auf Heimbacher Gebiet per Masten zum Hochspannungsnetz transportiert werden könnte. Die Detailplanung steht noch aus, aber eine Möglichkeit wäre, in Schmidt die 380-kv-Leitung in der Monschauer Straße und Heimbacher Straße unter die vorhandenen Versorgungsleitungen zu verlegen. Allerdings gibt es weder planungsrechtliche Bestimmungen noch Erfahrungen für diese Art des Stromtransports.

In der sachlichen Diskussion bemängelten Schmidter Einwohner, ihnen fehlten Risiko-Einschätzungen wie zum Beispiel zu Schäden an den Erdkabeln, explodierenden Muffen, zur Erhöhung der Bodentemperatur oder auch zur elektromagnetischen Belastung. Die Vertreter von Trianel regten an, der Rat solle Bedenken dieser Art dem Stadtwerkeverbund in sein Pflichtenheft schreiben, und versprachen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Keine Chance hat bei der Netzanbindung im Übrigen eine Verlegung durch den Rursee: Diese sei nur möglich, wenn das Kabel in einem Stück von einem so genannten Kabelschiff aus verlegt werden könnte.

Der Rursee ist einer von drei potenziellen Standorten für ein von Trianel geplantes Pumpspeicherkraftwerk. Mitte 2013 soll die Entscheidung fallen, ob am Rursee, in der Nähe von Höxter oder im Thüringer Wald gebaut wird. 2022 würde nach einer Bauzeit von drei bis vier Jahren das Kraftwerk am Rursee in Betrieb gehen können. Dann könnten die Kommunen am See auch mit Gewerbesteuern rechnen. Für Konzessionsabgaben gebe es keine rechtlichen Voraussetzungen, bei der Errechnung der Gewerbesteuer insgesamt für Simmerath, Nideggen und Heimbach gehe das Finanzamt von einer Eigenkapitalquote von 30 Prozent aus, erläuterte Elmar Thyen, der Leiter der Trianel-Unternehmenskommunikation. Er sagte ferner: „Wie die Gewerbesteuer dann unter den Kommunen verteilt wird, ist Verhandlungssache der drei Gemeinden.”

Der Stadtrat schrieb in seinem mehrheitlichen Beschluss Trianel die Bedenken der Bürger schließlich in das Pflichtenheft.
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