Treffpunkt New York: Dürenerinnen wollen Kunstwelt erobern

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
9959451.jpg
Birgit Wolfram ist Künstlerin, Katharina Joseph will sich gerade als Kunstagentin einen Namen machen. Die beiden Frauen mit Wurzeln in der Region haben sich in New York zufällig getroffen. Foto: smb

Düren/New York/Venedig. In einer Millionenmetropole wie New York bei einer Party auf einen Menschen zu treffen, der die gleiche Schule in Düren besucht hat, ist ein außergewöhnlicher Zufall. Wenn dieser Mensch gerade auch noch perfekt in das eigene Leben passt, könnte man auch von Schicksal sprechen. Birgit Wolfram und Katharina Joseph hatten dieses Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Dabei haben sich ihre Wege schon viel früher gekreuzt.

Beide haben das Stiftische Gymnasium besucht, sie kannten den Namen, das Gesicht. Mehr nicht. Jetzt, Jahre später haben sie sich in New York bei einer WG-Feier entdeckt und sind ins Gespräch gekommen. Birgit Wolfram ist mittlerweile Künstlerin, Katharina Joseph will sich als Kunsthändlerin einen Namen machen. Das passte. Die jungen Frauen sprechen von Glück und von perfekter Symbiose. Sie wollen in der Kunstwelt von sich Reden machen – und ihre Zusammenarbeit mit zwei Ausstellungen in Venedig besiegeln.

Katharina Joseph ist 23 Jahre alt, kommt gebürtig aus Gey. Sie hat früher als Tanzmariechen auf der Bühne gestanden und später als Schülerin für die Dürener Zeitung gearbeitet. Dann hat sie in Maastricht studiert, für eine New Yorker Galerie gearbeitet, auf Kunstmessen in aller Welt das Handwerk gelernt. Birgit Wolfram (28) kommt aus Rölsdorf, nach dem Studium zog es sie nach New York, wo sie mit Geduld und Akribie in der Kunstszene Fuß fassen konnte.

„Ich bin an einem Punkt angekommen, wo es zu viel wird, mich um die Kunst und die logistischen Dinge wie Ausstellungen und Verkauf zu kümmern“, sagt Birgit Wolfram. Der künstlerische Prozess habe zu leiden begonnen. Es sei an der Zeit gewesen, Aufgaben abzugeben. Dann traf sie Katharina Joseph, die begeistert von den Werken der Künstlerin war, die früher mit ihrer großen Schwester in eine Klasse ging. Und die sich gerade als Kunstagentin selbstständig machte. Kunst traf Management, Kreativität Geschäftssinn.

„Die Kunst ist ein hartes Business“, sagt Katharina Joseph. Sie glaubt, dass Birgit Wolfram in diesem Business bestehen kann. „Ihre Werke sind anders, sie stechen aus dem Überfluss heraus.“ Birgit Wolfram arbeitet im Atelier. Die Agentin ist dafür zuständig, Ausstellungen und den Transport der Werke zu organisieren. Sie knüpft Netzwerke, kümmert sich um den Verkauf der Bilder, ist Bindeglied zwischen Künstlerin und Klient.

In Venedig zeigt Birgit Wolfram neue Werke aus der Serie „Schiller“, wobei Schiller nicht für den Dichter, sondern für das atmosphärische Farbenspiel aus Schimmer und Glanz steht.

In ihren Gemälden überlagert Wolfram die Strukturen von Insekten (zum Beispiel Schmetterlingsflügel) mit einem besonderen Spiel aus Licht und Schatten, das sie beispielsweise aus kleinen Papierskulpturen ableitet. Realistisch Porträtiertes verbindet sie mit Fiktivem und lässt so eine ungewöhnliche Bildwirkung entstehen. Dabei setzt die Künstlerin auf die klassische Ölmalerei und verbindet diese mit digitaler Arbeit am PC, um in dieser Kombination etwas Neues entstehen zu lassen, in dem wirklich und unwirklich aufeinandertreffen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert