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Traumhochzeit in der Wenauer Klosterkirche

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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„Achtung!”: Die Schützen der „Herrschaft” standen für Blanche (geborene Prinzessin von Merode) und Philipp von und zu Bodman Spalier. Foto: Johnen

Wenau. Hochzeiten gibt es im Leben eines Kirchenmusikers ohne Frage viele. Dass 800 Gäste aus dem deutschen und europäischen Adel in den Kirchbänken platzgenommen haben, mag beizeiten vorkommen. Aber dass die eigene Klavierschülerin am Traualtar steht, ist selbst im Leben des äußerst kontaktfreudigen und regen Musikers August Leufgens ein Unicum.

Entsprechend gerührt verfolgte der 84-Jährige, der lange Jahre Kantor von St. Anna war, vom Orgelpult auf der Empore der Wenauer Klosterkirche aus, wie sich Prinzessin Blanche von Merode und Baron Philipp von und zu Bodman am Samstag gegenseitig das Sakrament der Ehe spendeten. An seinem Geschenk, einer Orgelimprovisation über die im Namen „Blanche” enthaltenen Noten, ließ der Lehrer nicht nur seine ehemalige Schülerin teilhaben.

Ja, an dieser Stelle sei ein Lehnwort aus der Sprache der bunten Blätter erlaubt, um das Geschehen in der Klosterkirche kurz und bündig zu umschreiben: Traumhochzeit. Eine strahlende Braut, ein charmanter Bräutigam, stolze Eltern - welches Wort passt besser?

Während die Herren der Gesellschaft zum Cut griffen und mit Westen und Krawatten farbliche Akzente setzen, präsentierten die Damen Hutmacherkunst in Perfektion. Anleihen aus den 20er-Jahren, dem rituellen Schmuck der nordamerikanischen Urbevölkerung und dem Floristenhandwerk sind derzeit en vogue. Die Frage, ob Orchideen als Kopfschmuck eine gute Figur machen, dürfte beantwortet sein: Ja.

Aus europäischen Königshäusern waren vertreten: Erbgroßherzog Guillaume von Luxemburg, Prinz Felix und Prinz und Prinzessin Louis, die Prinzessinnen Marie-Anunciata und Marie-Astrid von Liechtenstein, Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit Erzherzog und Erzherzogin Istvan von Österreich, seine Kaiserliche und Königliche Hoheit Imre von Österreich, Ihre Königliche Hoheit Gräfin Hélne von Limburg Stirum (geb. Prinzessin von Frankreich) und Seine Königliche Hoheit Prinz Franois von Orléans.

Aus dem deutschen Adel kamen unter anderem die Prinzen zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, die Prinzen zu Salm-Salm, die Erbprinzen von Cröy und Leiningen, die Prinzen Stolberg, die Grafen Wolff Metternich, die Grafen Spee. Aus dem europäischen Ausland kamen Gäste wie die Prinzen de Ligne, die Prinzen d´Arenberg, die Grafen d´Harcourt, die Prinzen von Auersberg, die Prinzen Massimo Lancelotti, und die Markgrafen Torrigiani Malasina. Auf zwei Leinwänden wurde die Hochzeit aus der Pfarrkirche in Hof und Kreuzgang übertragen.

Neben Vertretern des Adels nahmen auch sämtliche Ortsvereine aus dem Gebiet der „Herrschaft” teil. „Es ist für uns eine Ehre”, sagte Philipp Schmitz-Schunken, Geschäftsführer der Dorfgemeinschaft. Mitglieder der Maigesellschaft wiesen die Gäste zu ihren Plätzen, die Dorfjugend regelte die Parkplatzsuche, der Kirchenchor St. Martinus unter Leitung von Marie Cierplikowski, die Sopranistin Monika Leufgens und Trompeter Thomas Leufgens gestalteten die Messe. Vertreter aller Schützenbruderschaften rahmten den Gottesdienst ein und standen Spalier für das Brautpaar, das nach der Trauung mit Jubelrufen vor der Kirche empfangen wurde.

Das Verhältnis zwischen der Prinzenfamilie und den Dorfbewohnern sei gut, sagt Schmitz-Schunken. Es sei durch gegenseitige Unterstützung geprägt. „Nach dem Zweiten Weltkrieg hat die Familie die Bevölkerung unterstützt, nach dem verheerenden Brand auf dem Schloss haben wir den Prinzen geholfen”, sagt Schmitz-Schunken. Als Geschenk haben die Vereine für ein Gemälde des Schlosses zusammengelegt. Das Brautpaar lebt künftig in Berlin, aber ein Stück Merode soll die Prinzessin begleiten.
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