Traumergebnis: Heuser erhält 100 Prozent

Von: Jörg Abels
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Mit 100 Prozent der Stimmen hat die Niederzierer SPD Hermann Heuser (links) erneut als Bürgermeisterkandidat nominiert. Zu den ersten Gratulanten gehörte der gebürtige Oberzierer Prof. Dr. Karl Lauterbach, Mitglied im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Foto: Jörg Abels

Niederzier. „Ich möchte Bürgermeister in Niederzier bleiben.“ Und die Genossen in der Gemeinde teilen den Wunsch von Hermann Heuser ohne Wenn und Aber. Die Niederzierer SPD steht geschlossen hinter ihrem Kandidaten für die Wahl am 10. November.

Bei der Nominierung erhielt der Amtsinhaber, der das Rathaus in der vergangenen 42 Jahren von der Pike auf kennengelernt hat, das Traumergebnis von 100 Prozent. Alle 48 anwesenden Mitglieder stimmten für den 58-Jährigen.

Zuvor hatte Heuser eine Erfolgsbilanz der vergangenen sechs Jahre vorgelegt. „Niederzier ist finanziell und infrastrukturell eine Vorzeigekommune in ganz Nordrhein-Westfalen, trotz ausbleibender Zahlungen des Hauptsteuerzahlers RWE Power seit 2012 und trotz höherer Umlagen aufgrund der von uns täglich aufs Neue erarbeiteten Steuerkraft“, betonte Heuser. „Wir können wirtschaften und brauchen keinen neuen Finanzfachmann im Rathaus.“ Es sollte der einzige Seitenhieb in Richtung CDU bleiben, die anders als vor sechs Jahren mit einem eigenen Kandidaten in die Wahl gehen wird. Heuser blickte vielmehr auf die Herausforderungen, die demografisch und strukturell auf die Gemeinde warten.

Mit Blick auf die 2030 bis 2045 auslaufenden Tagebau und wegfallenden Arbeitsplätze forderte Heuser einen sanften Strukturwandel, in dem der Ausbau der Logistikbranche eine bedeutende Rolle spielen müsse. „Es geht um die Zukunft unserer Kinder und Enkel, die auch in 20 bis 30 Jahren noch Arbeitsplätze in einer intakten Umwelt vorfinden wollen“, erklärte Heuser. Er sprach sich gegen ungedeckte Schecks auf die Zukunft und damit gegen kreditfinanzierte Investitionen aus, versprach, dass die steuerlichen Belastungen für die Bürger in der Gemeinde moderat bleiben werden und kündigte zur Stärkung der Ortskerne ein Förderprogramm für Familien an, die alte Gebäude kaufen und sanieren.

Nach dem Traumergebnis gehörte neben dem Ortsvereinsvorsitzenden Ortwin Clever und dem Kreisvorsitzenden Dietmar Nietan Professor Dr. Karl Lauterbach zu den ersten Gratulanten Heusers. Der gebürtige Oberzierer und Gesundheitsexperte im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück schwor die Genossen auf einen intensiven Bundestagswahlkampf ein, bei dem es vor allem gelte, zu den Nicht-Wählern abgewanderte SPD-Sympathisanten zurückzugewinnen. Lauterbach skizzierte das stetige Auseinanderdriften der Gesellschaft.

Die Kluft zwischen Arm und Reich werde immer größer, die Aufstiegschancen von Kindern aus Arbeiterfamilien würden immer geringer. Probleme, die von der schwarz-gelben Bundesregierung ebenso weggelächelt würden wie der Pflegenotstand. Um die Investitionen der Zukunft bezahlen und allen Kindern gleiche Aufstiegschancen ermöglichen zu können, forderte Lauterbach eine gerechtere Umverteilung der finanziellen Ressourcen. Er sprach sich für eine moderate Vermögenssteuer aus, für eine Anhebung der Erbschaftssteuer und für die Bürgerversicherung im Gesundheitssystem.

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