Düren/Merzenich/Frankfurt(Main) - Traum von ständigen Partys endet in Girbelsrather Bordell

Traum von ständigen Partys endet in Girbelsrather Bordell

Von: hp
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Ein 34-Jähriger muss sich vor dem Schöffengericht wegen der Förderung sexueller Handlungen an Minderjährigen verantworten. Symbolbild: dpa

Düren/Merzenich/Frankfurt(Main). Der Traum vom Nichtstun und ständigem Partymachen ist nur ein Traum geblieben. Denn die Wirklichkeit für eine heute 19-Jährige aus Düren sah ganz anders aus und könnte als Romanvorlage ohne „Happy End“ dienen.

Denn zwischen Herbst 2010 und Karneval 2011 landete die Jugendliche im Rotlicht-Milieu zwischen käuflichem Sex und Drogen. Erste Station war Frankfurt am Main, ehe sie in einem Etablissement in Merzenich-Girbelsrath anschaffen ging. Von dort gelang ihr kurz vor Karneval 2011 die Flucht. Besondere Brisanz dieses Falles: Damals war die junge Frau gerade einmal 15 Jahre alt.

Seit Dienstag muss sich deshalb ein 34 Jahre alter Mann aus dem Kölner Raum vor dem Schöffengericht in Düren verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Förderung von sexuellen Handlungen an Minderjährigen, Zuhälterei sowie die Überlassung von Betäubungsmitteln an Minderjährige vor. Der Angeklagte machte vor Gericht von seinem Recht zu schweigen weitgehend Gebrauch.

Für ihn erklärte sein Verteidiger, er habe die junge Frau erst in jenem Frankfurter Bordell kennengelernt. Sie habe damals behauptet, älter zu sein. Er bestreite nicht, von der jungen Frau auch Geld bekommen zu haben, das aber sei für die Anmietung einer gemeinsamen Wohnung und Renovierungskosten gedacht gewesen.

Die Schilderungen der heute 19 Jahre alten Frau hören sich – trotz immer wieder auftretenden Gedächtnislücken – indes ganz anders an. Sie habe die Schule geschwänzt, sei zu Hause abgehauen und zu einer Freundin nach Köln gezogen. Sie hätte hauptsächlich „Party machen“ wollen. Nachdem sie den Angeklagten kennengelernt hatte, sei man schnell ein Paar geworden. Doch der Mann hätte sie unter der Androhung, ihrer Familie etwas anzutun, zunächst in ein Frankfurter Bordell und später in einen Girbelsrather Rotlicht-Betrieb gebracht. Zudem hätte er ihr Drogen besorgt.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christine Pinkpank nahm sich viel Zeit, um in unzähligen kleinen Schritten die Geschehnisse zwischen Ende Oktober 2010 und Anfang März 2011 zu rekonstruieren. Bei der Fortsetzung des Prozesses sollen auf jeden Fall weitere Zeugen gehört werden. Termin dafür ist zunächst Dienstag, 27. Januar, um 11 Uhr im großen Sitzungssaal 1.07 des Dürener Amtsgerichts.

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