Düren - Tourismus in Düren: Gleiches Ziel, unterschiedliche Wege

Tourismus in Düren: Gleiches Ziel, unterschiedliche Wege

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Natur und Freizeit, Kultur, Events wie „Düren leuchtet“: Düren hat viel zu bieten, sind sich alle einig. Bei der Frage, wie dies vermarktet werden soll, gibt es allerdings Differenzen. Foto: smb/sj
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Der Wochenmarkt hat Tradition in Düren. Foto: smb/sj
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Auch für Naturfreunde hat Düren viel zu bieten.

Düren. Auf der touristischen Landkarte ist Düren eher ein weißer Fleck. Das soll sich ändern. Sowohl die CDU als auch die „Ampel“-Koalition wollen die Stadt als „Tor zur Eifel“ besser vermarkten. In der kommenden Woche beschäftigt sich der Stadtrat mit dem Thema. Konkret geht es um den Antrag der „Ampel“, eine „Tourismus- und Mobilitätszentrale“ zu etablieren.

Über ein Tourismusbüro hat auch die CDU schon nachgedacht. Sowohl die CDU als auch die „Ampel“ fordern einen Tourismusmanager. Es gibt also Schnittmengen, Einigkeit besteht aber nicht. Wo liegen die Gemeinsamkeiten? Wo die Unterschiede? Worüber wird gestritten? Ein Überblick.

Wo sollen die Touristen herkommen?

„Ampel“ und CDU sind einer Meinung, dass Düren selbst bei größten Anstrengungen kein Ziel ist, an dem Gäste zwei Wochen Urlaub verbringen werden. Großes Potenzial sehen beide aber bei Tagestouristen im Allgemeinen und Eifeltouristen im Speziellen. Kulturelle Angebote, Konzerte, Veranstaltungen wie „Düren leuchtet“, die Geschäfte und Restaurants der Innenstadt sowie viele architektonische Landmarken der Nachkriegszeit: Es gibt etwas zu sehen, zu tun und zu erleben.

Wo soll die Tourismusförderung angesiedelt werden?

Auf den ersten Blick besteht auch an dieser Stelle Einmütigkeit. Sowohl die CDU als auch die „Ampel“ wollen Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismusförderung miteinander verbinden. Besonders umworben werden sollen Besucher der Eifel. Die Frage, wie die Arbeit organisiert werden soll, ist jedoch umstritten.

Was schlägt die CDU vor?

Unter dem Dach des Vereins „CityMa“ sollen Stadt- und Standortmarketing sowie die Tourismusförderung zusammengeführt werden, erklärt CDU-Fraktionschef Stefan Weschke. Die Aufgaben des „Citymanagers“ sollen um diese Themenfelder erweitert werden.

Was macht der Verein „CityMa“?

Zweck des Vereins ist laut Satzung die Förderung der Innenstadtentwicklung, insbesondere die Unterstützung aller Aktivitäten zur Steigerung der Attraktivität Dürens. Der Verein erhielt bislang von der Stadt einen Zuschuss in Höhe von 95.000 Euro im Jahr und 5000 Euro Mitgliedsbeitrag. Mitglieder sind Unternehmen, Händler und Immobilienbesitzer.

Was schlägt die „Ampel“ vor?

Die „Ampel“ spricht sich gegen diese Lösung aus und möchte die „Aufgaben näher an der Stadt“ wissen. Unter dem Dach der „Win.DN“, einer mehrheitlich städtischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturentwicklung, sollen alle Stränge zusammenlaufen. „Derzeit werden viele Themen an vielen Stellen der Stadt und in der Verwaltung parallel bearbeitet. Wir wollen eine zentrale Stelle schaffen, bei der alle Akteure vernetzt sind, sich unterstützen“, erklärt SPD-Fraktionschef Henner Schmidt. Bei vielen Aufgaben könne die Expertise der Wirtschaftsförderer hilfreich sein. All dies könne ein Verein nicht leisten. Ziel sei ein einheitlicher Auftritt, eine einheitliche Vermarktung.

Was wird aus dem Verein „CityMa“?

Bis zur einer Neuaufstellung der Wirtschafts- und Tourismusförderung möchte die Ampel dem Verein noch bis Mitte 2016 einen Zuschuss gewähren. Danach soll der Verein mit einem Sachkostenzuschuss bedacht werden, die Arbeit des Citymanagers soll in die Wirtschaftsförderung integriert werden. „Die hauptamtliche Geschäftsführung des Vereins soll weiterhin gewährt bleiben“, sagt Schmidt. „CityMa“ sei ein Bindeglied zu Einzelhandel und Immobilienbesitzern.

Die CDU kritisiert diesen Schritt der „Ampel“ und sieht die Gefahr, dass bewährte Strukturen zerschlagen werden. Beim Masterplanprozess spiele der Verein eine wichtige Rolle, unterschiedlichsten Akteure an einen Tisch zu holen. „Ich sehe die Gefahr, dass der Prozess ins Stocken gerät“, sagt Weschke. Auch falle es einer städtischen Gesellschaft womöglich schwerer, Drittmittel einzuwerben und Händler einzubinden. Er fordert die „Ampel“ auf, dem Verein und den Mitarbeitern eine „klare Perspektive“ zu geben.

Was hat es mit einer „Tourismus- und Mobilitätszentrale“ auf sich?

Nach außen wie nach innen soll es eine einheitliche Anlaufstelle geben. „Die Zentrale ist wie eine Tourist-Info – mit erweitertem Angebot“, erklärt Georg Schmitz, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen. Vom Busticket über den Stadtplan bis zum Theater-Abo soll alles erhältlich sein. Um die Öffnungszeiten auszuweiten, soll eine Stelle geschaffen werden.

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