Düren - „Tonspuren“: Zarte Klänge und Geschichtsunterricht

„Tonspuren“: Zarte Klänge und Geschichtsunterricht

Von: heb
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Nicht nur seine Musik war hörenswert, Tom Daun überzeugte seine Gäste in der Fabrik Becker und Funck auch mit seinem breiten Wissen zur Geschichte der Musik. Foto: Buch

Düren. Sah man von den zarten Klängen des Instruments ab, herrschte absolute Ruhe in der Fabrik Becker und Funck. Jeder Tritt und jedes Zirren eines Reißverschlusses klangen im Angesicht der zerbrechlich wirkenden Harfenlaute wie unerhörter Lärm.

Rund 80 Gäste hatten den Weg in die Fabrik und zum Konzert des Solingers Tom Daun gefunden. In zwei Teilen entführte er das Publikum zuerst in die Harfenkunst der englischen Renaissance, dann im zweiten Teil in alte, irische Melodien. Neben seiner Musik erlebten die Zuhörer an diesem Abend eine Zeitreise ins britisch-keltische Mittelalter und eine kleine Einführung in die Harfenkunde.

Mit viel Geduld und Präzision erklärte Daun seinen Gästen die verschiedenen Harfen, auf denen er spielte. So zupfte er unter anderem eine doppelt bespannte, sehr rein klingende Arpa Dopia und eine im Vergleich etwas metallischer klingende mittelalterlich-gotische Harfe.

Nicht zuletzt war es aber eben auch eine Geschichtsstunde für die Besucher, die der Harfenmusik an kleinen Tischen sitzend lauschten.

Von den Anfängen der Harfenmusik im 12. Jahrhundert bis in die englische Renaissance hinein erklärte Daun vor jeder musikalischen Einlage das Wesen der Zeit und was die Musik damals bedeutete. Dass man beispielsweise im 16. Jahrhundert Musik auch als Magie betrachtete und mit ihr die – seinerzeit angesagte – Melancholie vertreiben wollte, konnte man angesichts der feinen Klänge gut nachvollziehen. Sich die Harfe als Popinstrument, wie der Harfenist sie auch beschrieb, vorzustellen, fiel indes schwerer.

Insgesamt sei die Harfe, die bis ins 18. Jahrhundert Nationalinstrument der Kelten war, schließlich das Instrument der Aristokratie gewesen. Auf den Straßen sei hingegen die Laute bestimmend gewesen.

Das Konzert des Harfenisten im Rahmen der historischen Musikreihe „Tonspuren“ im Dürener Osten war schließlich für die Besucher eine kurzweilige und gelungene Mischung aus ungewöhnlicher Musik und informativen Erzähleinlagen.

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