Langerwehe - Tonspuren: Stilart-Ensemble verursacht Herzklopfen

Tonspuren: Stilart-Ensemble verursacht Herzklopfen

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
8172674.jpg
Ein starker, einnehmender Auftritt des Ensembles Stilart im Langerweher Töpfereimuseum. Da wurde „majestätische“ und derb auf Liebesspuren bei den „Tonspuren“ gewandelt. Foto: Hannes Schmitz

Langerwehe. Das Ensemble Stilart wandelte im Töpfereimuseum Langerwehe auf königlichen Pfaden. Keine „ausgetretenen Tonspuren“ waren zu hören, vielmehr verursachte der Auftritt nicht nur „Herzklopfen bei den Welfen“, sondern das „Mi palpita il cor“ (Mir klopft das Herz) aus Händels berühmter Kantate erlebte auch das Publikum.

Ein nuancenreiches und einfühlsames Zusammenspiel entwickelte sich auf der Bühne und ließ barocke Glanzlichter strahlen. Nicht nur das emotionale Verständnis der Ensemblemitglieder trug dazu bei, die Darbietungen zu einem Hörerlebnis zu machen, sondern auch ihr Gespür, die Ideen in der Musik auszuloten und faszinierende Details hörbar auszubreiten.

Ein spannungsreicher und beredter Dialog der Instrumente miteinander entstand. Schnelle Sätzen wurden von packender Virtuosität geprägt. In den langsamen Sätzen lag der Schwerpunkt und die spürbare Konzentration darauf, lange Phrasen und melodische Bögen auszuspielen. Liebeskantaten von Georg Friedrich Händel und Attilio Ariosti, meisterliche Violin- und Flötensonaten von Richard Jones und John Ernest Galliard, aber auch witzige, pikante Kanons von Henry Purcell wurden vom Kölner Ensemble Stilart präsentiert. Ein Abend, der sich um die Liebe drehte, mit all ihren Freuden und Qualen. Und alles höchst dramatisch gespielt und besungen.

Im Ensemble Stilart hatte den Gesangspart die Mezzosopranistin Truike van der Poel übernommen, die mit ihrem einfühlsamen mitfühlenden Sopran, der auch Zartheit und Tiefe vermittelte, eine Gelassenheit ausstrahlte, die vor allem in der Händel-Kantate mit ihren Melodieläufen besonders zum Tragen kam. Einen starker Auftritt hatte sie auch im Zusammenspiel mit der Flötistin Darja Großheide, die sich besonders um die „Tonspuren“ im Museum kümmert, beim Kantatenzyklus von Ariosti mit den Kantaten „La Gelosia“ (die Eifersucht) und „Il Naufragio“ (der Schiffbruch).

Vornehme Unterhaltung

Mit ihnen spielte der Geiger Florian Deuter, der mit den berühmtesten Ensembles der Alten Musik unterwegs ist. Die Continuogruppe setzte sich aus dem Lautenisten Sören Leupold, dem italienischen Cembalisten Luca Quintavalle und der ungarischen Cellistin Imola Gombos zusammen. Eine angenehme vornehme musikalische Unterhaltung entspann sich auf der Bühne. Solistisch prägnant war das Geigenspiel von Florian Deuter, der Richard Jones „Suite a-moll“ zelebrierte. Eine Entdecvkung war die „Sonate VIII“ von Joh Ernst Galliard, ein Glanzlicht der Flötistin Darja Großheide, die auf exzellent Art und Weise überwiegen das Ensemble führte.

Aber nicht nur „auf höchster Ebene“ oder in Opernhäusern ging es, wie zu aller Zeit, um die Liebe, sondern auch in den Kneipen und Pubs.

Dort entstanden nach reichlich „Ale-Genuss“, so die Überlieferung, drei- bis vierstimmige Kanons, „Catches“ genannt, die gesungen oder gegrölt wurden. Einige der schönsten und frechsten stammen aus der Feder Henry Purcells. Herrlich interpretiert und intoniert von Truike von Poel, so dass alle „Sir Walter“ kennenlernte und eine Magd in Verzückung brachrte oder eine „tonspur“ deftiger bei „I gave her cakes“. Da war nicht nur das Herz fröhlich. „Verzauberungsgefahr“ hatte auch zu Beginn des Konzert mit Händels „Trio in h-moll“ bestanden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert