„Tonspuren“-Konzert: Weiche, warme Töne mit Flöte und Fortepiano

Von: Christoph Hahn
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Machten das 50. „Tonspuren“-Konzert im Töpfereimuseum Langerwehe zum Musikerlebnis: Sängerin Karolina Brachman, Pianist Alexander Puliaev und Flötistin Darja Großheide (von links), die auch die Organisatorin dieser Konzertreihe ist. Foto: Christoph Hahn

Langerwehe. Mit der Zukunft sieht es bestens aus – zumal, wenn es nach dem Andrang des Publikums geht: Auch das 50. „Tonspuren“-Konzert im Töpfereimuseum Langerwehe bescherte den Organisatoren mit Musik aus der Zeit der Empfindsamkeit ein volles Haus.

Darja Großheide, Organisatorin der Reihe und Flötistin, bot den zahlreichen Freunden der gepflegten Barock- und (vor)klassischen Musik mit der Sopranistin Karolina Brachman und dem Pianisten Alexander Puliaev unter dem Titel „Siehst Du jene Rose blühen“ Musik aus der Zeit der Empfindsamkeit, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstanden ist.

„Wir sind eigentlich unglaublich“, bilanzierte Programmgestalterin Großheide im Gespräch die Entwicklung der „Tonspuren“. Doch nicht nur das erfreut die Künstlerin: „Die Musiker kommen gerne und wir haben ein treues Publikum“, ergänzte sie. Museumsleiterin Dr. Kirsten Ulrike Maaß, die Hausherrin und Unterstützerin, wertete die Entwicklung ähnlich positiv: „Wir dürfen stolz sein“, sagte sie. Gerade die geografische Lage des Veranstaltungsortes abseits der Zentren bestätige den Erfolg, denn: „Zu uns muss man sich auf den Weg machen.“

An künstlerischer Substanz jedenfalls ließen es die drei Ausführenden auch beim Jubiläum nicht mangeln. Darja Großheide und Alexander Puliaev gestalteten die einleitende D-Dur-Sonate des Bach-Schülers Johann Gottfried Müthel (1724-1788) als feines Gewebe, in dem die Flöte die führende Rolle dem Klavier übernahm. Feine, weiche, warme Töne, die vom Basso continuo des Hammerflügels wirksam unterstützt wurden, ließen die im Untertitel beschworene Empfindsamkeit sinnlich fassbar Gestalt annehmen.

Wenngleich die Klänge dabei naturgemäß die Oberhand behielten, wurde gleichwohl gesprochen: Pianist Puliaev stellte den Menschen im Töpfereimuseum sein Instrument vor und vergaß dabei nicht zu erwähnen, dass es sich um den Nachbau eines Fortepianos aus der Werkstatt des Wiener Meisters Anton Walter handele. Puliaev: „Gegen Ende seines Lebens“ habe auch Mozart einen solchen Flügel besessen. Dass auch der Pianist von heute darauf eine große Meisterschaft erworben hat, dokumentierte er auch solistisch mit einer Fantasie des Bach-Sohns Carl Philipp Emanuel.

Zuvor hatte Sängerin Karolina Brachman die Zuhörer mit drei Liedern erfreut. Besonders das mittlere Werk, „Die Nacht“ von Christoph Nichelmann (1717-1762) auf einen Text von Justus Friedrich Wilhelm Zacharias bewies ihre große Sensibilität und ihre Fähigkeit, sich mit ihrer ebenso warmen wie hellen Stimme förmlich in Musik und Worte hinein zu begeben. Wie sehr sie mit ihrem Sopran Noten und Buchstaben lebendig werden lassen kann, bewies die aus Polen stammende Solistin zudem mit Carl Phlipp Emanuel Bachs Vertonung von Christian Fürchtegott Gellerts geistlichen Liedern – und auch mit der Vertonung von „Das schlaue Mädchen“.

Recht eindrucksvoll demonstrierte wiederum Darja Großheide mit der g-Moll-Sonate, ebenfalls ein Werk des Sohns des großen Leipziger Thomaskantors, ihr Können. Ihre virtuose Brillanz und das Talent, immer wieder Künstlerkollegen für einen Auftritt in Langerwehe zu gewinnen, geben Hoffnung auf spannende „Tonspuren“-Konzerte, seien es noch mal 50 oder mehr.

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