„Tonspuren“-Konzert: Musik abseits der ausgetretenen Pfade

Von: Christoph Hahn
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Sorgen beim 30. „Tonspuren“-Konzert im Töpfereimuseum von Langerwehe für reichlichen barocken Wohlklang: Darja Großheide, Stephan Schardt, Stefan Horz, Elisabeth Wand und Rainer Johannsen (von links). Foto: Hahn

Langerwehe. Hausherrin Dr. Kirsten Ulrike Maaß nennt sie nur „die Tonspuren-Band“: Zusammen mit der Traversflötistin Darja Großheide, dem Herz der Truppe, geben die Cellistin Elisabeth Wand, der Geiger Stephan Schardt, der Fagottist Rainer Johannsen und der Cembalist Stefan Horz bei der Konzertreihe „Tonspuren“ im Töpfereimuseum von Langerwehe den Takt vor.

 Zusammen mit wechselnden Gästen machen sie ihr dankbares Publikum mit der Musik zwischen Renaissance und Klassik abseits der ausgetretenen Pfade bekannt. Diese inspirierende Entdeckungsfreude dankten den Mitglied der „Band“ die treuen Verehrer ihrer Kunst beim jüngsten Auftritt mit zahlreicher Anwesenheit – und das so sehr, dass vor dem ersten Akkord laufend nachbestuhlt werden musste.

Gewidmet war das Programm einem Komponisten, der wider alles Können und Genie bis heute als Hersteller klingender Massenware übelst verleumdet wird: Georg Philipp Telemann (1681-1767). In diesem „Tonspur“-Konzert, dem inzwischen 30., kontrastierten seine Werke mit dem Kompositionen von Zeitgenossen: Johann Friedrich Fasch (1688-1758) ist davon noch relativ bekannt – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass eigentlich er anstelle Johann Sebastian Bachs Leipziger Thomaskantor hätte werden sollen und dieser seinerzeit ungleich populärere Kandidat nur deshalb nicht zum Zuge kam, weil er von seinem Darmstädter Landesherrn keine Freigabe erhielt. Relativ unbekannt geblieben ist der vermutlich 1663 geborene Balthasar Villicus, der am Hofe Augusts des Starken in Warschau wirkte.

Besonders Faschs Concerto in strahlendem C-Dur und seine im Bereich des Fagotts mit burlesken Akzenten versehene Quadrosonate in D-Dur waren es, die das Kernstück des ersten Teils, das e-Moll-Quartett aus Telemanns bekannter Sammlung „Tafelmusik“, umrahmten und sich dabei nicht nur als klingende Einfassungen erwiesen. Impresaria Darja Großheide und ihre Mitstreiter sorgten dabei für einen unverwechselbar eleganten Ton, gepaart mit jener Intimität, die jegliche Kammermusik mit sich bringt und zugleich erfordert.

Telemann im Doppelpack, gepaart mit dem G-Dur-Concerto von Villicus, brachte die zweite Hälfte des Abends. Auch hier erwiesen die Künstler auf der Bühne wieder die besonderen Qualitäten ihres Spiels.

Das Bemühe um einen dem historischen Vorbild nahen Charakter des Ensemble- und Einzelklangs (denn die Werke boten besonders Fagottist Johannsen Gelegenheit, sich solistisch hervorzutun) mit Anmut, Beweglichkeit und differenzierter Artikulation zu einem harmonischen Gesamteindruck zu verbinden.

Kein Wunder also, dass sich das Publikum in Langerwehe mit herzlichem und anhaltendem Beifall für dieses Konzert, das den Titel „Der vorbildliche Telemann – seine Musik, seine Bewunderer“ bedankte. Die Zugaben blieben selbstredend nicht aus.

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