Tom Gerhardt begeistert mit „Nackt und in Farbe”

Von: Lukas Weinberger
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Feierte nach 12 Jahren sein BÀ
Feierte nach 12 Jahren sein Bühnenshow-Comeback im Dürener Haus der Stadt: Tom Gerhardt (links) stand unter anderem als Hausmeister Krause auf der Bühne. Detlev Redinger war als „Herbert” ebenfalls die gesamte Zeit dabei. Foto: Weinberger

Düren. Auf den Bühnen Deutschlands hat er lange nicht gestanden. Ganze zwölf Jahre lang nicht. Entsprechend nervös dürfte der Kultkomiker Tom Gerhardt gewesen sein, als er hinter der Bühne im Dürener Haus Stadt auf seinen Auftritt wartete.

„Lampenfieber gehört eben dazu”, wusste auch Tourleiter Uwe Heil zu berichten. Doch die Premiere Gerhardts neuer Bühnenshow „Nackt und in Farbe” sollte genau den Nerv der Zuschauer in Düren treffen. Rund 400 Gäste hatten sich im Haus der Stadt eingefunden, um das Comeback des Comedians live in Düren zu erleben.

Premiere in Düren

„Wir sind für die Premiere extra hier nach Düren gekommen, weil wir hier mit den Zuschauern und allem Drum und Dran sehr gute Erfahrungen gemacht haben”, erklärte Heil. Unter den hochgelobten Zuschauern war auch der 24-jährige Daniel Lersch aus Hambach. Ein echter „Tommie-Fan”. Das konnte man nicht übersehen: Stilecht in bunter kurzer Hose, Pudelmütze und Jeansweste verfolgte er die Show „Nackt und In Farbe”.

Gerhardts neues Bühnenprogramm ist eine Castingshow wie jene, die zurzeit den Fernsehmarkt überfluten. Doch die Talente sollen in Gerhardts Show nicht einfach ihre Gabe präsentieren. Nein. Es geht um den ultimativen Liebesbeweis vor laufenden Kameras. Und der sollte am besten komplett nackt erfolgen! „Wir haben einige Talente hier, für die sich Dieter Bohlen bis zum Kieferbruch prügeln würde”, ließ Tom Gerhardt als Castingshowdirektor „Andy” verlauten.

Bei „Nackt und in Farbe” schlüpfte Gerhard in die verschiedensten Rollen. Alte Bekannte sind beispielsweise dabei: Hausmeister Krause, seine Frau Lisbeth und Tochter Carmen, die Gerhardt nun selber spielte, der Köln-Kalk-Held und Mallorcatourist Tommie, der ungepflegte Heinz, der ein Tänzchen im Stringtanga aufs Dürener Parkett legte. Doch Gerhardt zeigte auch ganz neue Facetten. Als Bauunternehmer Eugen Fritsch, der neue Mann an Carmens Seite, gab er Lebensweisheiten weiter: „Das Leben ist ein Geben und Nehmen. Und das einzige Geheimnis ist: Du musst mehr nehmen, als du gibst!”

Als Taxifahrerin Tina Sonnenschein plauderte Tom Gerhardt aus dem Nähkästchen, trat als Transvestit und Terrorist auf. Und plötzlich stand der Komiker in einem „Ganzkörperpeniskostüm” auf der Bühne; erklärte mit italienischem Akzent, dass er Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi abgehauen wäre, weil er keine Lust mehr auf die ganze Arbeit gehabt hätte.

Mit Gerhardt auf der Bühne stand über weite Teile der rund zweistündigen Show sein Dackelkamerad aus der TV-Serie „Hausmeister Krause”, der trottelige und dennoch drollige Stotterer „Herbert”, gespielt von Detlev Redinger. Auch Tänzerin Catherine Leclery unterstützte Gerhardt bei seiner Show auf der Bühne.

Zwei, drei kleinere Fehler schlichen sich bei der Premiere im Haus der Stadt ein. „Das ist eben der Charme der ersten Aufführung”, erklärte Gerhardt am Ende der Show. Stets hatte er die kleineren Pannen elegant und sympathisch gelöst: Als einmal der Pistolenknall nicht ertönte, entschied der Comedian kurzfristig: „Komm, wir machen das einfach nochmal!”

Beim Dürener Publikum kam Tom Gerhardt mit seinem schrägen und ganz eigenen Humor richtig gut an. Spätestens nach der spontanen Zugabe - bei der Gerhardt Sätze aus seinen früheren Bühnenprogrammen und Filmen zum Besten gab - und minutenlangem Applaus war es so, als wäre der Kultkomiker nie weg von der Bühne gewesen.
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