„Tollrock“-Festival: Sicherheitskonzept verschärft

Von: Nadine Tocay
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Rund 4000 Besucher kamen im vergangenen Jahr nach Schmidt, um sich von den Bands mitreißen zu lassen. In diesem Jahr rechnen die Veranstalter mit einem neuen Zuschauerrekord. Foto: Jêrome Gras (1), Nadine Tocay (3)
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Die Vorbereitungen für das Festival laufen bei den Vereinsmitgliedern von „Tollrock“ auf Hochtouren: Am Mittwoch wurde mit vereinten Kräften das Baumaterial herangeschafft. Foto: Jêrome Gras (1), Nadine Tocay (3)
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Die Vorbereitungen für das Festival laufen bei den Vereinsmitgliedern von „Tollrock“ auf Hochtouren: Am Mittwoch wurde die Bühne aufgebaut. Foto: Jêrome Gras (1), Nadine Tocay (3)
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Danach stand die Installation der Lichttechnik auf der Agenda. Die Elektrik wurde verlegt, und die Stände wurden aufgebaut. Foto: Jêrome Gras (1), Nadine Tocay (3)

Schmidt. Mehrere Männer stehen an den vier Eckpfeilern eines Bühnengerüsts. Mit ihren Händen umklammern sie Eisenketten, die an den Pfeilern befestigt sind. Sie ziehen ruckartig. Das Dach des Gerüsts setzt sich in Bewegung. Zentimeter um Zentimeter steigt es in die Höhe.

„Da hinten noch was höher“, ruft einer der Männer, während die Kette locker neben seiner Hand baumelt. Im Hintergrund wird ein Rollwagen über Schotterboden gezogen. Es rappelt. Die Mittagssonne brennt auf der Haut. Schweißperlen rinnen den 25 Arbeitern die Stirn und das Gesicht herunter, werden von ihren T-Shirts aufgefangen. Einer von ihnen dreht sich um; auf seinem Rücken prangt groß der Schriftzug „Tollrock“. Er ist – wie die anderen Arbeiter – Mitglied des Vereins „Tollrock“, der am Freitag und Samstag bereits zum 15. Mal sein gleichnamiges Open-Air-Festival auf dem Festplatz „Zur Schönen Aussicht“ in Schmidt veranstaltet.

4000 Fans kamen im vergangenen Jahr, um sich Rock- und Metal-Bands anzusehen. „Wir setzen diesmal ganz schwer auf den Freitag. Da wären 3000 bis 3500 Besucher schon wünschenswert“, meint Mirko Jansen, der Kassierer. 5000 Zuschauer erwarten die Veranstalter insgesamt, wenn das Wetter mitspielt.

Das Programm, das der Verein zusammengestellt hat, ist abwechslungsreich: Musiker aus Italien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland sind eingeladen, um an dem Wochenende für Stimmung zu sorgen. Insbesondere Cover-Songs – unter anderem von „Billy Talent“, „System of a Down“, „Rammstein“ und „Die Toten Hosen“ – stehen auf dem Programm.

Bei dem „Tollrockerz-Band-Contest“ am Samstag bekommen vier Bands die Chance, sich durch den Gewinn des Wettbewerbs einen Auftritt bei Tollrock im kommenden Jahr zu sichern. „Utopija“ aus Düsseldorf treten mit Blues- und Alternative-Rock gegen „Depart“ aus NRW an, die Popular-Progressive-Rock spielen.

Die zwei anderen Kontrahenten sind „Soliath Lake“ aus Idar Oberstein/Bad Kreuznach mit Alternative-Rock und Rap-Elementen sowie „radiovegas.“ aus Köln, die die Jury, bestehend aus Vereinsmitgliedern, mit Rock-Pop-Punk für sich begeistern wollen.

Aufgrund der aktuellen Terror-Warnlage und den daraus resultierenden neuen Sicherheitsanforderungen wurde das Sicherheitskonzept für das Festival überarbeitet und verschärft. Die Besucher müssen sich auf längere Wartezeiten beim Einlass einstellen. „Wenn die Leute ein Stündchen früher kämen, das wäre schon gut“, sagt Platzwart Sascha Barth. Taschen und Rucksäcke sind auf dem Gelände verboten. Bauch- und Kleintaschen sowie Minirucksäcke mit einer Abmessung von maximal 20 mal 20 mal sieben Zentimeter sind hingegen erlaubt. Jede Tasche und auch jeder Besucher werden von dem zertifizierten Sicherheitspersonal durchsucht. Dieses wurde deshalb verdoppelt.

Die Besucher sollten sich im Vorfeld darauf einstellen, merkt Jansen an. Auch die Eingangsschleusen werden wegen der Maßnahmen neu gestaltet. „Bisher hieß es: Kasse gleich Eingang. Jetzt kommt zuerst die Kasse, dann ein Sicherheitsabstand und dann sind die Einlasskontrollen“, erklärt der Kassierer. Doch nicht nur die Besucher werden überwacht, sondern auch das gesamte 3657 Quadratmeter große Gelände.

Um einen besseren Überblick zu behalten, wird dieses anders als in den Vorjahren komplett eingezäunt. Dazu werden 500 Meter laufender Bauzaun als Absperrung genutzt. Das sind 100 Meter – rund 30 Zäune – mehr als zuvor. 5000 Euro kosten den Verein die Mehraufwendungen in puncto Sicherheit. „Aber was das hier alles insgesamt genau kostet, das bleibt unser Geheimnis“, meint Jansen und zwinkert.

Doch sicher ist: Der Reinerlös geht auch diesmal an die neun Ortsvereine, die Tollrock mit 140 Mann beim Auf- und Abbau und der Durchführung des Fests unterstützen. Sie kümmern sich unter anderem um den Ausschank in den zwei Thekenzelten und um die Kasse. Im Wald gibt es eine Whiskey-Bude, bei der Liebhaber auf ihre Kosten kommen. „Auch einen Souvenir-Stand wird es geben. Da gibt es T-Shirts und Kappen. Da kommt eine Menge zusammen“, erläutert Barth und blickt zu dem Bühnengerüst. Dort schrauben drei der Vereinsmitglieder mit einem Akkuschrauber den Tollrock-Banner an der Außenseite des Dachs fest.

„Wir haben uns die Aufgaben gut aufgeteilt. Das läuft dann alles von alleine“, merkt der Platzwart an. Eine Gruppe kümmere sich um den Bühnenaufbau, eine um den Platz und eine um die Camping-Fläche auf der angrenzenden Wiese. 500 Zelte haben dort Platz. Da es im vergangenen Jahr Probleme aufgrund einer zu geringen Anzahl Toiletten gab, wurde in diesem Bereich um das Vierfache aufgestockt: 60 Toiletten stehen den Besuchern nun zur Verfügung. Die Camper erhalten zur besseren Versorgung erstmalig eigene Nasszellen. „In dem Bereich sind wir startklar. Wenn dann noch die Bühne steht, kümmern sich noch die Techniker um die Beleuchtung und dann ist es fast geschafft“, sagt Barth zuversichtlich.

Programmübersicht des Tollrock-Festivals

Am Freitag ist ab 17 Uhr Einlass. Ab 18 Uhr spielt die Band „Tri State Corner“ – Hardrock trifft auf Greek Folk. Ab 19.30 Uhr sorgt die Band „Red Flag“, Europas erste Billy-Talent-Tribute-Band, für Stimmung. Der Auftritt von „Mr. Jack“ mit seiner „System of a Down“-Tribute-Show schließt sich ab 21 Uhr an. Das letzte Konzert des Abends geben die „Feuerengel“ ab 23 Uhr. Die Band ist eine von drei lizenzierten „Rammstein“-Tribute-Bands – inklusive Feuerwerk und Feuerfontänen.

Am Samstag geht das Programm eine Stunde nach dem Einlass mit dem Tollrockerz-Band-Contest ab 13 Uhr weiter. Vier Bands spielen um den Tollrockerz-Pokal und einen Auftritt bei Tollrock 2018. Ab 17.30 Uhr spielt die Hardrock-Formation „Red Night“, der Sieger des Tollrockerz-Band-Contests des vergangenen Jahres.

Um 19 Uhr tritt die Band „Diolegacy“ auf, die der Heavy-Metal-Legende Ronnie James Dio ein Denkmal setzt. Im Anschluss findet der Auftritt von „Alex im Westerland“ statt. Die Lieder von „Die Toten Hosen“ und „Die Ärzte“ werden in einer Show vereint. Das letzte Konzert des Festivals wird von „Rock Addiction“ gespielt. Die Band präsentiert britische Rockhits aus vier Jahrzehnten, bei denen alle Hard-Rock- und Heavy-Metal-Fans auf ihre Kosten kommen.

Die Kosten für ein Tagesticket belaufen sich auf 10 Euro (9 Euro im Vorverkauf); ein Wochenendticket kostet 18 Euro zuzüglich Gebühr. Weitere Informationen zum Festival und dem Online-Kartenverkauf unter www.tollrock.de.

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