Langerwehe - Töpfermarkt lockt mit Neuem und Extravagantem

Töpfermarkt lockt mit Neuem und Extravagantem

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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Noch Gebrauchsgegenstand oder schon Kunst? Die Arbeiten der Aachenerin Eva Kinzius gehörten zu den Glanzlichtern beim 39. Töpfermarkt in Langerwehe.
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Extravagant waren auch die Arbeiten der Stammbeschickerin Elke Bürger.
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Die Besucher fanden im Töpfereimuseum immer wieder auch kunstvoll verzierte Keramiken.

Langerwehe. In einer Zeit der Schnelllebigkeit, in der ein „Coffee to go“ im Pappbecher zum Live-style gehört, erscheint der Töpfermarkt rund um das Töpfereimuseum alljährlich wie ein Gegenentwurf. Auch die 39. Auflage wurde zum Stelldichein all jener, die den besonderen Genuss eines Kaffees aus einer handgefertigten Tasse zu schätzen wissen, die sich die Zeit nehmen, um das Besondere für die heimische Tafel zu suchen.

Es ist ein fachkundiges Publikum, das vom besonderen Flair und vom qualitätsvollen Angebot des ältesten Töpfermarktes in Deutschland angelockt wird und auch das nasskalte Wetter nicht scheut. Ein Publikum, das weniger bis gar nicht an Alltäglichem interessiert ist. Wer Massenkeramik sucht, wird rund um das Töpfereimuseum nicht fündig. Wer aber die Vielfalt und die Schönheit des tönernen Werkstoffs entdecken will, findet in einem breit gefächerten Angebot immer wieder Neues und Extravagantes, erklärt Museumsleiterin Dr. Kirsten Ulrike Maaß.

Wie zum Beispiel am Stand der Aachenerin Eva Kinzius, die nach einigen Jahren der Abstinenz wieder in Langerwehe zu Gast war, in japanischer Raku-Technik gebrannte Keramiken und speziell gerilltes Porzellan vorstellte, das von den meisten Besuchern wohl eher als Kunst-, denn als Gebrauchsgegenstand eingestuft wurde. Ein Spagat, dem sich die Keramikern immer wieder stellen muss, den sie aber bewusst unkommentiert lässt und die Einschätzung dem Kunden überlasst.

„Der Besucher hat hier die Chance, die Vielfalt und die Schönheit der Keramikkunst zu entdecken“, erklärt Kirsten Ulrike Maaß den Anspruch des Marktes. „Hier können die Besucher sehen, was Keramiker aus dem doch eher unscheinbarer Werkstoff Ton so alles herstellen können.“

Zum vielfältigen Angebot gehörten traditionelles und modernes Gebrauchsgeschirr, fantasievolle Gartenkeramik und klangvolle Musikinstrumente aus Ton sowie künstlerisch gestaltete Einzelstücke. „Steinzeug, Irdenware, Fayence und Porzellan geben Einblick in das weite Feld der Keramik“, erklärt Dr. Maaß, die auch wieder ein ganze Reihe von Stammbeschickern begrüßen konnte, darunter mit Elke Bürger eine Ausstellerin der ersten Stunde. Sie weiß das fachkundige Publikum zu schätzen, das gerne auch einmal ein wenig tiefer in die Tasche greift, freut sich Jahr für Jahr auf den Austausch mit Kollegen und genießt ganz einfach „das Ambiente des Museums“, das von Ulrike Maaß, ihrem Team und vielen Helfern wieder in eine vorweihnachtliche Wohlfühl-Oase inmitten des in den Städten schon zu spürenden Einkaufstrubels verwandelt worden war.

Neben dem Steinzeug fanden die Besucher auch hochwertige Produkte anderer Kunsthandwerker. So wechselten auch kunstvoll verzierte Knöpfe, Ketten aus Glasperlen neben Gefilztem und Gewebten den Besitzer. Hochprozentiges aus der Eifel durfte beim breiten kulinarischen Angebot ebenso wenig fehlen wie feinster Imkerhonig und Holunderspezialitäten.

Und nicht wenige, die den Rymelsberg erklommen hatten, fanden auch diesmal wieder den Weg in die „Alte Kirche“, wo sie wieder mit einer kleinen Kerzenspende an einem großen Lichtbild mitwirken konnten. Am Samstagabend faszinierte ein historischer Umzug der „Wehter Kumpaney“ die Besucher, die einmal mehr daran erinnerten, dass sich das Dorf im Mittelalter von der Kuppe des Rymelsbergs an seinen Fuß verlagerte.

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