Langerwehe - Töpfermarkt: Die vielen Facetten eines Handwerks

Töpfermarkt: Die vielen Facetten eines Handwerks

Von: Marvin Bergs
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Modernes und Traditionelles wartete beim Töpfermarkt auf die Besucher. Auch Aussteller aus dem Ausland zeigten dort ihre Werke. Foto: Marvin Bergs
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Auch Farbtupfer für den Garten wurden angeboten. Foto: Marvin Bergs

Langerwehe. „Herzlich willkommen in der Töpfergemeinde“ - so steht es stolz auf einem Schild am Ortseingang von Langerwehe, und machte diesem selbst verliehenen Titel am Wochenende wieder einmal alle Ehre.

Wie an jedem ersten Adventswochenende lockte auch in diesem Jahr der Töpfermarkt im und um das Töpfereimuseum Menschenmassen an den Fuß des Rymelsbergs. Rund 50 Aussteller waren nach Langerwehe gekommen, davon 33 Keramiker, die traditionelles und modernes Gebrauchsgeschirr, fantasievolle Gartenkeramik, edlen Schmuck und klangvolle Musikinstrumente aus Ton anboten. Ergänzt wurde das Angebot von anderen Kunsthandwerkern, die ihre Gewerke aus den Bereichen Glaserei, Filz, Weberei und Floristik präsentierten.

„Ich denke, wir haben wieder ein sehr gutes und vielfältiges Angebot zusammengestellt, bei dem für jeden etwas dabei ist“, sagte Dr. Kirsten Ulrike Maaß, Leiterin des Töpfereimuseums.

Eine Besonderheit des Langerweher Töpfermarktes ist sicherlich die familiäre Atmosphäre, die an jeder Ecke zu spüren ist. Viele Aussteller und Besucher kommen seit vielen Jahren auf den Markt, und immer wieder sieht man herzliche Begrüßungen, kurze Schwätzchen und ausgedehnte Fachsimpeleien über die Gewerke der Aussteller. Diese freuen sich über regelrechte Stammkunden und ein generell sehr fachkundiges Publikum, dass ihr Handwerk zu schätzen weiß. Kein Wunder, ist der Töpfermarkt doch seit nunmehr 41 Jahren eine Institution der Gemeinde.

Der langjährige Leiter des Töpfereimuseums Dr. Burchard Sielmann hatte den ersten deutschen Töpfermarkt 1974 ins Leben gerufen, und seither ist die Veranstaltung eine Erfolgsgeschichte, die auch internationale Keramiker anzieht. So waren in Tonkünstler aus den Niederlanden, Belgien, Ungarn und Tschechien nach Langerwehe gekommen. Teil der besonderen Atmosphäre des Marktes ist auch die musikalische Untermalung, unter anderem durch das Duo „KaleidoKlez“, die mit Folklore-Musik auf Akkordeon und Violine an wechselnden Standorten rund um das Museum auftraten.

„Wir kommen jetzt schon seit einigen Jahren hierher, und freuen uns jedes Jahr wieder darauf, hier zu spielen“ sagte Violinistin Bärbel Ehlert, und ihr Spielpartner Friedhelm Lutzer ergänzte: „Hier herrscht einfach immer eine lockere, familiäre Atmosphäre.“ Diese äußert sich auch im Angebot für die jüngeren und jüngsten Besucher des Marktes, die sich beim Loseziehen und dem Marionetten-Theater von Ralph Hohmann vergnügen oder sich beim Kindertöpfern der Ton-Kunst nähern konnten.

Dass der Markt auch nach 41 Jahren Keramik auf höchstem Niveau präsentiert, bestätigte das Ehepaar Kemmerling, das in der direkten Nachbarschaft des Museums lebt und jeden Töpfermarkt miterlebt hat. „Was man hier an künstlerischem Handwerk zu sehen bekommt, ist schon Spitzenklasse, und man sieht immer wieder Neues“, beschrieb Herr Kemmerling den Grund, warum er und seine Frau immer noch jedes Jahr auf den Markt gehen. Diese bedauerte nur, mittlerweile nur noch ganz selten etwas kaufen zu können – aus Platzgründen: „Ich habe so viele schöne Stücke, das Haus ist einfach voll. Manchmal verschenke ich etwas an meine Schwiegertochter, um wieder Platz zu haben“, sagte sie lachend.

Diese Vernarrtheit in die Töpferei kennt auch Museumsleiterin Maaß, für die es als Organisatorin bald schon wieder in die Vorbereitungen für das nächste Jahr geht, denn: „Nach dem Markt ist vor dem Markt. Aber alle Beteiligten freuen sich trotz der vielen Arbeit schon wieder darauf.“

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