Töpfereimuseum: Verneigung vor einer großen Künstlerin

Von: Christoph Hahn
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Ein Herz und eine Seele: Dr. K
Ein Herz und eine Seele: Dr. Kirsten Ulrike Maaß, Leiterin des Töpfereimuseums in Langerwehe, überraschte Christa Schmitt zu deren 90. Geburtstag mit der Ausstellung „Christa Schmitt - Lebenswerk einer Töpfermeisterin”. Foto: Hahn

Langerwehe. Kein Mensch kommt in Langerwehe um Christa Schmitt herum - nicht nur, aber auch, wenn es um Keramik geht. Denn zum einen war die Töpfermeisterin von 1964 bis 1975 im Ehrenamt Direktorin des ihrem Handwerk gewidmeten Museums am Pastoratsweg und hat dessen Professionalisierung entscheidend forciert.

Daneben hat sie acht Schüler zur Selbstständigkeit geführt und ein beachtliches Oeuvre an Geschirr und anderen der schönen Form verpflichteten Gebrauchsgegenständen geschaffen.

Doch nicht nur das: Kunstwerke aus irdenem Material gehen gleichfalls auf das Konto dieser Frau, deren Hände und Augen auch und gerade im Alter eine höchst beredte Sprache sprechen. Denn Christa Schmitt ist jetzt stolze 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass wurde sie in ihrem Ort und ihrem Museum ganz groß gefeiert.

Dr. Kirsten Ulrike Maaß, heutige Chefin im einstigen Pfarrhof von Langerwehe und in dieser Funktion Schmitts Nach-Nachfolgerin, hat ihr zum nicht-alltäglichen Geburtstag eine große Ausstellung organisiert. In großer Vielfalt dokumentiert diese Schau noch bis zum 26. August das Schaffen der Grande Dame, die Zeit ihres Lebens Farbe, Form und Linie zu einer ästhetischen Genuss versprechenden Synthese zusammenführt. Ware für den alltäglichen Bedarf und darüber erhabenes Kunstwerk - beides findet im Werk der Christa Schmitt seinen Platz. Das sieht diese Künstlerin, die eine Handwerkerin ist, genau so: „Ich habe nie nur Einzelstücke, sondern gleichzeitig auch Geschirr gemacht”, sagt sie und stellt die beiden Dimensionen ihres Schaffens gleichberechtigt nebeneinander.

Das macht auch die Breite und den Reichtum des Oeuvres aus - eine Erkenntnis, die die von Dr. Maaß kenntnisreich und sensibel komponierte Präsentation im Töpfereimuseum deutlich und vielfältig mittels der Ausstellungsstücke vermittelt.

Wer Christa Schmitt ist und wie sie arbeitet: Das zeigen im Eingangsbereich platzierte Fotos des Langerwehers Berthold Klammer, denen der Betrachter einen eigenen Kunstwerk-Charakter zuzusprechen nicht umhin können wird. Es bringt Christa Schmitt, die heute an der Luchemer Straße lebt, zurück an einen Ort, für den sie eine große Liebe hegt. Dafür gibt es vor allem einen Grund: „Das Wichtigste in meinem Leben war der Erhalt des Museums - und dafür habe ich gekämpft.”

Seit 1957 schon lebt die im Leverkusener Stadtteil Küppersteg geborene Frau schon in Langerwehe - und in dieser Zeit hat sie sich den hier lebenden Menschen eingeprägt. Die Bürger kennen und schätzen sie. Das war bei der Eröffnung der ihr gewidmeten Schau deutlich zu spüren. Viele Menschen, deren Lebenspfade sich irgendwann mit dem von Christa Schmitt gekreuzt haben, ließen sich sehen. Menschen, die - wie zum Beispiel der Grafiker Walter Dohmen - mit ihr die Leidenschaft für die Kunst und das Handwerk teilen oder die Erzeugnisse einst gekauft und heute wiederum dem Museum als Leihgabe zur Verfügung gestellt haben. Denn Christa Schmitt formt nicht nur das Brenngut, sondern auch Menschen wie zum Beispiel ihre Auszubildenden.

In großer Zahl und teilweise ergreifender Weise haben ihr darum am Sonntag Langerweher und andere Gratulanten wie Hausherrin Dr. Maaß „Dankeschön” gesagt. Dass dieser Dank so anrührend und schön ausfiel, ist nicht zuletzt auch das Verdienst der Kölner Flötistin Darja Großheide, die ihr Publikum mit Werken aus Barock und Klassik aufhorchen ließ.

Die Dankeschön-Ausstellung „Christa Schmitt - Lebenswerk einer Töpfermeisterin” ist noch bis zum 26. August im Töpfereimuseum Langerwehe, Pastoratsweg 1, Tel. 02423/ 4446, zu sehen.

Seit 1. Mai gelten in dem Haus unweit von Bahnhof und Alter Kirche neue Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr, samstags von 12 bis 17 sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr. Montags bleibt das Haus geschlossen.

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