Tivolistraße: Der Ärger kocht langsam über

Von: Christoph Lammertz
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Betretene Mienen: Anwohner und Geschäftsleute der Tivolistraße machten gestern ihrem Ärger über die Stadt Luft. Am Nachmittag erfuhren sie, dass zumindest die angekündigte Vollsperrung nicht kommt. Foto: Lammertz

Düren. Ein Lkw quetscht sich am Montagmittag durch die Engstelle an der Ecke Paradiesplatz/Tivolistraße. Im Hintergrund dröhnt der Motor eines Baggers. Vor dem Kiosk von Ludwig Richter wartet ein gutes Dutzend Menschen, bis der Lärm mal wieder für einen kurzen Moment aussetzt.

Einige verdrehen die Augen. Die Stimmung ist aufgeheizt. Die Leute sind geladen. Vor Richters Kiosk haben sich Anwohner und Geschäftsleute der Tivolistraße versammelt, um ihrem Ärger über die Stadt Düren Luft zu machen. Seit Monaten müssen sie mit der langwierigen Kanalbaumaßnahme in ihrer Straße leben, beklagten mehrfach drastische Umsatzeinbußen und immer wieder mangelnde Information seitens der Stadt.

Doch jetzt ist das Fass offenbar zum Überlaufen gebracht worden - durch einen Zettel des Bauunternehmens, der die Anwohner am Freitag darüber in Kenntnis setzte, dass die Tivolistraße vom 8. bis zum 18. Dezember zwischen Paradiesplatz und Uhlandstraße voll gesperrt werden muss.

„Erreichbarkeit garantiert”

„Uns ist garantiert worden, dass unsere Geschäfte während der gesamten Bauphase erreichbar bleiben. Aber das war offenbar genau so eine Luftblase wie die ganzen anderen Beschwichtigungen aus dem Rathaus”, sagt Ludwig Richter. Dass ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft nun die Läden in der Tivolistraße völlig von ihren Kunden abgeschnitten werden sollen, sei „unmöglich und nicht mehr hinzunehmen”.

Richter gebraucht auch das Wort Klage. Es ist deutlich spürbar, dass er den Anwesenden aus der Seele spricht, wenn er der Stadt eine „unmögliche Art der Kommunikation” bescheinigt. Es sei „eine Schande, dass jetzt kein Mensch von der Stadt da ist”. Ein Nachbar versucht zu beschwichtigen.

Offenbar hat er „nach stundenlangen Telefonaten” mit dem Tiefbauamt die Auskunft erhalten, dass es nun entgegen der Mitteilung des Bauunternehmens doch keine komplette Sperrung geben soll. Er spricht für das Ärztehaus in der Tivolistraße und hat den Menschen im Rathaus, wie er sagt, klarmachen können, dass Rettungswagen die Praxen anfahren müssen können. Um 14 Uhr werde ein Vertreter des Tiefbauamtes vor Ort über die neuen Pläne berichten.

Am Nachmittag äußert sich die Stadt dann auch gegenüber den lokalen Medien. Von einer Vollsperrung ist nun nicht mehr die Rede. Die geplante Asphaltierung, die für die Anwohner eine deutliche Verbesserung der Situation bringe, könne bis Donnerstag abgeschlossen werden, die Erreichbarkeit bleibe durch eine Fahrspur mit Einbahnstraßenregelung jederzeit gewährleistet.

Völlig unabhängig davon, ob die Straße nun doch teilweise passierbar bleibt, ist der aktuelle Vorgang in der Tivolistraße für Ulf Opländer „ein Lehrstück mangelnder Kommunikation und offensichtlich aus dem Ruder gelaufener Planung”. Der SPD-Stadtvorsitzende, der selber in der Tivolistraße wohnt, hat zu dem Treffen vor Richters Kiosk eingeladen.

Dass den Anwohnern die Information über die geplante Vollsperrung so kurzfristig und dann auch nicht von der Stadt, sondern von der Baufirma überbracht wurde, passe „ins Bild, wie mit den Leuten umgegangen wird”. Er sei „fast fassungslos”, sagt Opländer. Mit den anderen Anwohnern und Gewerbetreibenden der Tivolistraße ist er sich einig: „Wir erwarten jetzt endlich klare Ansagen der Stadt, wie es mit dieser Baustelle weitergeht.”
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