„Titanen on Tour” durchqueren Inden und Niederzier

Von: Jörg Abels
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Mittelalter, Umsiedlung, Europa: Die Kinder der KGS Hambach freuen sich auf den Wagentreck „Titanen on Tour”, den sie zwei Tage lang musikalisch begleiten dürfen. Foto: Abels

Hambach. Nein, im Mittelalter wollen sie nicht leben. Da sind sich die Jungs und Mädchen der Katholischen Grundschule Hambach einig. Auch wenn der Unterricht nicht immer Spaß macht, mit ihren Alterskameraden aus dem 12. oder 13. Jahrhundert, die ihren Eltern täglich bei der Feldarbeit helfen mussten, möchte keiner tauschen, ganz ohne Rechte und als Leibeigene der Fürsten.

War der Kontakt mit der Vergangenheit für die Grundschüler bislang nur theoretischer Natur, so wird das Mittelalter in der kommenden Woche greifbar; und das nicht nur für sie. Unter dem Motto „Titanen on Tour” erinnert der Kaltblut Zucht- und Sportverein aus dem brandenburgischen Brück dieser Tage mit einem originalgetreuen Planwagen-Treck an die Besiedlung des so genannten Flämings vor 850 Jahren. Im Jahr 1159 machten sich Flamen, Holländer und Seeländer - angeworben durch den Markgrafen von Brandenburg - auf den Weg in den slawischen Osten. Sie entflohen dem rauhen Klima an der Nordsee, in der Hoffnung in der Region südwestlich von Berlin neuen Wohlstand zu finden.

Die „Siedler” der Neuzeit starteten am 2. Mai im flämischen Brügge mit von Kaltblütern gezogenen Planwagen zu ihrer 1200 Kilometer langen Reise in die Vergangenheit, die am 14. und 15. Mai auch durch den Kreis Düren (siehe Info) führt.

Und auch wenn der erste Eindruck vom Mittelalter die Hambacher Grundschüler nicht gerade fasziniert hat, freuen sie sich auf den Kontakt. Sie haben im Unterricht Kostüme gebastelt, Lieder einstudiert und werden den Treck ein Stück seines Weges begleiten. Mit dem Treck verbindet Schulleiter Bernd Lück, der das Programm an den beiden Tagen in den Gemeinden Inden und Niederzier koordiniert, aber noch zwei weitere Aspekte.

Er verspricht zum einen eine Augenweide für alle Liebhaber der selten gewordenen Kaltblutpferde, die früher in der Landwirtschaft eingesetzt wurden, heute aber nur noch selten als Rückepfere in der Forstwirtschaft anzutreffen sind. Zum anderen verweist er auf die bewusste Streckenplanung. Der Weg durch das Rheinische Braunkohlerevier soll eine Brücke schlagen zwischen der Umsiedlung im Mittelalter und der ganzer Orte in der Gegenwart. Ein Aspekt, der den Treck für die Kinder der KGS Hambach zusätzlich spannend macht.

Planwagen-Treck am 14. und 15. Mai

Der Planwagen-Treck erreicht am Donnerstag, 14. Mai, um 15 Uhr den Rathausplatz in Inden-Altdorf, macht um 16 Uhr am „Kleinen Indemann” am Tagebau Inden Station, um 17.30 Uhr am Rittergut Müllenark (Schophoven) und erreicht um 18.30 Uhr den Reitstall Keuten in Krauthausen.

Nach einer Rast beim „Dorfvogt” (Ortsvorsteher) in Krauthausen am Freitag, 15. Mai, um 8.15 Uhr macht der Treck um 9 Uhr Station auf Burg Obbendorf in Hambach, zieht zum Rathaus in Niederzier (11.15 Uhr) und weiter zum Tagebau Hambach (13 Uhr).

Auf Burg Obbendorf wird NRW-Umweltstaatssekretär Dr. Alexander Schink erwartet, der über das Thema „Waldwirtschaft und Einsatz von Rückepferden” sprechen wird.
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