Tipps für Postboten zum Umgang mit Hunden

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
Angriffslustig: Damit Zustelle
Angriffslustig: Damit Zustellern in solchen Situationen nichts passiert, bietet die Post ihren Angestellten Kurse zum richtigen Umgang mit den Vierbeinern an. Foto: Röber

Düren. Michaela Meurer denkt nicht ganz so gerne an den 13. Dezember des vorigen Jahres zurück. Die Zustellerin (vormals auch bekannt als Briefträger/in) der Deutschen Post war wie üblich in ihrem Bezirk unterwegs und betrat auch wie schon etliche Male zuvor ein Firmengelände.

Auf dem liefen auch mehrere Hunde umher. Alles war wie immer. Bis Michaela Meurer das Gelände verlassen wollte. Denn da biss ein Schäferhund zu, von hinten in den Oberschenkel. Was etwa in Filmen häufig als witzige Randerscheinung rüberkommt, geschieht in Deutschland tatsächlich immer wieder.

Postboten, pardon Zusteller, machen dann und wann schlechte Erfahrungen mit den (geliebten) Vierbeinern. Und daher bietet die Post ihren Mitarbeitern Schulungen zum richten Umgang mit Hunden an. So wie diese Woche in Düren.

Rund 20 Zusteller aus Düren und der näheren Umgebung hatte die Post eingeladen. „Wir haben gezielt Kollegen ausgesucht, die bereits schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht haben”, erklärte Post-Pressesprecher Dieter Pietruck. 2500 solcher Fälle gab es im vorigen Jahr in der Bundesrepublik. 482 davon waren sogenannte Arbeitsunfälle.

Das bezieht sich auf die Zusteller, die nach einem Angriff von „Rex”, „Bello”, „Fiffi” oder „Struppi” drei und mehr Arbeitstage ausfielen. Es gab jedoch nur ganz wenige Vorfälle mit Hunden im Raum Aachen-Köln, wie Pietruck betont. Da wenige Fälle aber immer noch zu viele sind, wurden einige Zusteller nun geschult. Eine Stunde hieß es Schulbank drücken, und dann ging es auf die grüne Wiese zur Praxis.

In der Theorie wiesen Monika Koch, Abteilung Auslieferung der Deutschen Post und zuständig für das Gesundheitsmanagement, und ein Hundeführer der Polizei auf Verhaltensweisen und Körpersprache von Hunden hin.

So wurde gezeigt, welche Körperhaltung des Hundes drohend ist. Den Zustellern gaben die Trainer mit auf den Weg, Ruhe zu bewahren, stehen zu bleiben, laut „Aus” oder „Pfui” zu rufen, schnelle Bewegungen zu vermeiden und sich langsam rückwärts zu entfernen.

Für die Post-Mitarbeiter gibt es eine Hundemerkkarte, auf der Besonderheiten rund um den besten Freund des Briefempfängers eingetragen werden sollten. Vor allem für Vertreter kann die Karte wichtige Informationen enthalten.

„Mir ist es einmal in 35 Jahren passiert”, sagt Zusteller Wolfgang Moritz. Zehn Jahre ist es her, dass ein Hund ihm in Langerwehe in den linken Unterschenkel gebissen hat. Die Narbe „ziert” sein Bein noch heute. Moritz besitzt selbst drei Hunde und weiß daher vieles über die Vierbeiner. „Diese Maßnahme ist sehr gut, weil es viele Kollegen gibt, die Angst vor Hunden haben”, sagte er.

Bei der Schulung war die ganze Zeit über auch war ein sehr braver Windhund dabei. Was man vom Vierbeiner, der draußen im Wagen wartete, nicht gerade behaupten konnte. Gut, dass ihn der Polizeihundeführer an der Leine hatte. Was Zusteller in keinem Fall machen sollten, demonstrierte er mit beiden Hunden. So sei es durchaus ratsam, Leckerlis dabeizuhaben. Diese sollte man dem Hund allerdings nicht von oben, sondern von unten reichen, damit die nette Geste nicht als Drohung verstanden wird.

Nun sind zum Glück nur die wenigsten Hunde angriffslustig. Michaela Meurer hat aus ihren Unfällen - neben dem Schäferhundbiss gab es drei weitere - gelernt. „Ich habe nach wie vor keine Angst vor Hunden. Aber wenn ein Hund frei auf einem Grundstück läuft, betrete ich dieses nicht”, sagt sie.

Es hat übrigens auch schon unangenehme Zwischenfälle mit Katzen gegeben. Vielleicht gibt es dann ja bald noch ein Seminar mit „Kitti”, „Mauzi” & Co...
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