Thum kämpft weiter gegen die Schweinemast

Von: Sarah Maria Berners
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Wenn es nach der Bürgerinitia
Wenn es nach der Bürgerinitiative geht, wird sich am Ortsrand von Thum so schnell keine Schweinemast ansiedeln können. Foto: Sistemich

Thum. „Wir haben festgestellt, dass der Investor die Auflagen teils nicht erfüllt”, sagt Astrid Hohn, Geschäftsführerin der Thumer Bürgerinitiative gegen die Schweinemastanlage und Fraktionsvorsitzende der Kreuzauer Grünen. Sie und ihre Mitstreiter wollen den Kampf gegen die „Schweinefabrik” nicht aufgeben.

Um die Mastanlage mit 1440 Schweinen am Rande des Ortes doch noch verhindern zu können, hat die Initiative die derzeit beim Kreis Düren zur Prüfung liegenden Antragsunterlagen untersucht.

Und wie Astrid Hohn auf Nachfrage der DZ mitteilte, glaubt die Initiative, einige Unklarheiten und Ungenauigkeiten gefunden zu haben. In einem achtseitigen Schreiben hat die Initiative diese Bedenken dem Kreis mitgeteilt. Dem Kreis macht Hohn keinen Vorwurf. Er sei stets kooperativ und hilfsbereit gewesen. Aber die Initiative hätte die Möglichkeit, sich viel intensiver mit den Details zu befassen.

Ein Ansatzpunkt für die Bürgerinitiative ist die Gülle. Die Initiative befürchtet, dass die Gülle in „alten, womöglich morschen” Behältern für einige Monate zwischengelagert werden könnte. Hohn fordert, dass sichergestellt sein muss, dass die Gülle nicht im Boden versickern kann.

Auch die Gülleabnahmeverträge betrachtet die Initiative kritisch. Der Mastbetrieb müsse sicherstellen, dass Landwirte ihm die Gülle abnehmen. „Es ist ein Skandal, dass er hier Bauern gefunden hat, die das tun”, sagt Hohn. Dabei würde wohl vergessen, dass der Dünger anders als die Gülle geprüft sei, und dass die Gülle voll von Antibiotika, Hormonen und Medikamenten sein könne. „Ich kann nur an die Landwirte appellieren, die Verträge nicht zu verlängern”, sagt Hohn. Nach ihren Angaben sind die Verträge vor zwei Jahren geschlossen worden. Von den fünf Jahren Laufzeit blieben noch drei. „Von einer geforderten langfristigen Abnahme kann da wohl nicht die Rede sein.”

Die Bürgerinitiative kritisiert in diesem Zusammenhang auch die ihr bekannten Bedingungen, unter denen die Tiere auf einem Spaltenboden gehalten werden sollen, und die Intervalle für die Reinigung des Stalles. „Die Tiere werden drei bis vier Monate auf ihren Ausdünstungen stehen”, sagt Hohn.

Als „skandalös” bezeichnet Hohn, dass der Investor für die Kadaver verendeter Tiere ein geschlossenes Behältnis ohne Kühlung vorsehe, und dass das Leerungsintervall abhängig vom Routenplan des beauftragten Unternehmens sei. „Skandalös finden wir auch, dass offenbar nicht an jedem Tag Personal vor Ort sein wird und der Investor die Mastanlage aus seiner Heimat betreiben möchte”, sagt Hohn. Die Bürgerinitiative fragt sich, was im Falle eines Kurzschlusses oder einer Massenpanik unter den Tieren passieren würde.

1440 Mastplätze, sagt Hohn, seien für den Investor nicht rentabel. Sie und ihre Mitstreiter befürchten, dass der Niederländer einen „Fuß in die Tür” bekommen möchte, um den Betrieb dann zu erweitern. „Aber er hat die Rechnung ohne uns gemacht”, sagt Hohn. „Wir misstrauen ihm zutiefst.”

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Verkehrsanbindung des Betriebes, die die Initiative für schwierig und gefährlich hält. Außerdem seien aus Sicht der Initiative zum Beispiel die Abluftkamine in den Plänen nicht hoch genug angesetzt, um den Anforderungen des Luftreinhalteplans gerecht zu werden. Und dort stehe kein Wort von Luftfiltern, die den Gestank mindern könnten.

„Wir glauben und hoffen, dass da noch etwas zu machen ist”, sagt Hohn. Die Initiative setzt darauf, dass die Gesetzgebung sich bald dahingehend ändert, dass Gemeinden frei entscheiden können, ob sie solche Anlagen haben möchten, oder nicht.
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