Heimbach - Theorie und Praxis: Zehn Jahre Wasser-Informations-Zentrum

Theorie und Praxis: Zehn Jahre Wasser-Informations-Zentrum

Von: Beate Weiler-Pranter
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Erich Schmidt leitet seit dem Start vor zehn Jahren das Wasser-Info-Zentrum Eifel in Heimbach. Foto: Beate Weiler-Pranter

Heimbach. Theorie und Praxis gehören seit Jahrzehnten zu seinem Arbeitsalltag. Egal, ob als Entwicklungshelfer im afrikanischen Burkina Faso oder als Leiter des Heimbacher Wasser-Info-Zentrums Eifel, Erich Schmidt setzt seine Ziele mit Hand und Herz um.

Nach dem Abitur 1978 absolvierte der 18jährige zunächst eine Lehre zum Garten- und Landschaftsbauer, um anschließend das heiß ersehnte Studium von Geografie und Geologie aufzunehmen. „Seit dem Heimatkundeunterricht in der Grundschule faszinieren mich Globen und Atlanten!“, verrät der Wasserkundler und fügt schmunzelnd hinzu: „In topografischen Karten lese ich wie in Büchern.“ Durch diese gelungene Mischung aus Theorie und Praxis bekam der junge Familienvater eine Anstellung beim Deutschen Entwicklungsdienst (DED).

1993 nach Afrika

Mit Ehefrau Jana und der fünf Wochen alten Tochter Luise übersiedelte er 1993 nach Afrika. In der nördlichsten Provinz Burkina Fasos, in Oudalan, kümmerte sich Erich Schmidt um 15 Dörfer. Gemeinsam mit den dort ansässigen Bauern verhinderte der Landschaftsplaner durch gezielte Aufforstungsmaßnahmen das Vorrücken der Wüste. Um das kostbare Wasser so effektiv wie möglich zu nutzen, wurde an jedem frisch gepflanzten Baum ein „demi-lune“, ein halbmondförmiger Erdwall angelegt, der die Feuchtigkeit sammelt und direkt zu den Wurzeln der jungen Bäume führt.

Um auch den Gemüseanbau zu verbessern, legte Erich Schmidt mit den Kleinbauern Kompostgruben an. Zunächst standen die Dorfältesten erstaunt vor dem wertvollen Humus, aber schnell erlebten sie, dass sich die nährstoffreiche Erde positiv auf die Erntemengen auswirkt.

Der Devise treu geblieben

Mit einfachsten Mitteln optimale Ergebnisse erzielen, dieser Devise ist Erich Schmidt auch als Leiter des W.I.Z.E. treu geblieben. Seit Oktober 1999 hat er den Umbau der ehemaligen Schule zu einem barrierefreien Info-Zentrum begleitet und stand anschließend vor der Aufgabe, die 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche bis zur Eröffnung durch die damalige Umweltministerin Bärbel Höhn am 30. April 2003 zu bestücken.

Faszinierende Exponate

Viele faszinierende Ausstellungstücke sind zusammen gekommen: Von Fragmenten römischer Wasserleitungen, über ein interaktives Boden-Relief der Eifel, bis hin zu einem imposanten Rurtalsperren-Modell.

Bei dieser naturgetreuen Nachbildung, die der Wasserverband Rur-Eifel extra für die Heimbacher Ausstellung anfertigen ließ, können per Knopfdruck Frühjahrshochwasser oder sommerliche Trockenperioden simuliert werden. Weiterer Publikumsmagnet wurde das „Aqua Mystica“, eine Installation des Wiener Wasserkünstlers Gerhard Zsambok.

Mehr als 75.500 Besucher haben sich in den vergangenen zehn Jahren im W.I.Z.E. über die vielfältigen Aspekte des Wassers informiert. 1073 Schulklassen nutzten bislang das pädagogische Angebot, in dem der Wasserexperte Erich Schmidt erneut Theorie und Praxis gelungen miteinander kombiniert.

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