Theatergruppe „Ernas Erben“ führt eigenes Stück auf

Von: Sarah Maria Berners
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„Ernas Erben“ näheren sich in ihrem neuen Stück dem komplexen Thema „Ideale“ auf eine ungewöhnliche Weise. Foto: Sarah Maria Berners

Düren. Haben Sie heute schon die Welt gerettet? Zumindest ein bisschen? Was hindert uns eigentlich daran, uns für unsere Ideale einzusetzen? Und haben wir überhaupt welche?

„Zugegeben, das Thema Ideale wirkt auf den ersten Blick ein bisschen sperrig und kompliziert, vielleicht sogar abschreckend“, sagt Tom Schiffer. Dass man sich diesem Thema aber auch auf amüsante Weise nähern kann und dass es sich lohnt, sich damit auseinanderzusetzen, zeigt die Theatergruppe „Ernas Erben“ in ihrer Zirkus-Theater-Collage „Auf der Suche nach Idealen“. Am Freitag, 7. Juni, wird die Premiere gefeiert.

Tom Schiffer ist einer der Schauspieler, die die Studiobühne im Haus der Stadt in eine Manege verwandeln. Die etwa 100 Zuschauer sind ganz nah dran am Geschehen, am Zirkusdirektor, am Clown, den Artisten.

Es ist wie im Zirkus und doch ist alles ganz anders: Während die Artisten in der Manege mit unsichtbaren Bällen jonglieren und auf einem imaginären Hochseil balancieren, reden sie über Dinge, die mit der Figur, die sie gerade spielen, eigentlich gar nichts zu tun haben.

Sie reden über Platon, über Idealisten, über die Macht der Moneten. Da diskutiert der Dompteur mit dem Löwen über die Demokratie und der Magier hypnotisiert seine durchgeknallte Assistentin, die von der idealen Schule träumt.

„Es ist eine schauspielerische Herausforderung, eine Zirkusrolle zu spielen und doch einen ganz anderen Inhalt zu transportieren“, lobt Marion Kaeseler die Laien-Theatergruppe. Etwa ein Drittel der 15 Schauspieler, die zwischen 16 und 60 Jahre alt sind, hat auch schon beim Stück „Der Arbeitslose“ im vergangenen Jahr auf der Bühne gestanden. Die Charaktere für das neue Stück haben die Jugendlichen und Erwachsenen selbst entwickelt, sich ihre Ticks und Besonderheiten ausgedacht. Und sie haben die Ideale diskutiert, die sie auf der Bühne zum Thema machen wollen.

Die Entwicklung des Stückes hat die Schauspieler geprägt. „Vieles hinterfrage ich jetzt viel mehr“, sagt Elena Salentin. „Deutlich wurde auch, dass jeder Mensch seine eigenen Ideale hat – und jeder muss für sich entscheiden, ob er sich einsetzen will“, ergänzt Tom Schiffer.

„Es ist ein moralisches Stück“, gibt Spielleiterin Marion Kaeseler zu. „Aber eines ohne erhobenen Zeigefinger.“ Das Thema Ideale werde oft pathetisch verklärt angegangen. „Damit brechen wir bewusst. Wir verlegen das Thema in die Manege. So haben wir die Chance, uns mit einem komplexen Thema in einer von Spaß und Freude geprägten Atmosphäre zu befassen.“ Die „Suche nach Idealen“ sei ein überspitzendes Spiel mit Zirkusemotionen. Die Show sei überdreht, skurril und albern, aber auch verzaubernd und spannend.

In diesem Spannungsfeld werden ernste Themen wie Umweltverschmutzung aufgegriffen. Das Stück will zum Nachdenken anregen.

„Es wirft viele Fragen auf“, beschreibt Monika Rothmaier-Szudy, die Leiterin des Theaters Düren. Die Antworten müsse aber jeder für sich selber finden.

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