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Theater: „Die Kunterbunten“ bringen Straß mal so richtig in die Schlagzeilen

Von: Anke Holgerson
Letzte Aktualisierung:
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Straß. Das Sport- und Schützenvereinsheim Straß war gut besucht, die Stimmung ausgelassen, noch bevor es losging: Rüdiger Leesten eröffnete den Abend mit einer humorvollen Rede. Dabei hielt der Schauspieler das Sparschwein „Spendy“ in die Höhe und bat um „Fütterung“, denn es sollte wieder für einen guten Zweck gesammelt werden.

„Die Kunterbunten“ führten das Stück „Tatort – Goldene Sau“ auf. Ein lautes „Toi toi toi“ hinter dem Vorhang stimmte die Schauspieler auf den Beginn des Stücks ein. Mit großer Spielfreude, fast schon ausgelassen, füllten die Akteure dann auch ihre Rollen aus.

Das von Christina Handke stammende Stück wurde mit sehr viel Lokalkolorit versehen und spielte kurzerhand in Straß. Da verschwimmen schnell die Grenzen von Schauspiel und Realität, was immer wieder für Lacher und Zwischenapplaus sorgte. Nicht zuletzt, weil Menschen und Institutionen – wie die örtliche Bäckerei oder Zeitung - glaubhaft in die Dialoge eingebunden wurden.

Darum ging es: Der erfolgreiche, arrogante und egozentrische Regisseur Hagen von Bussdorf (Rüdiger Leesten) will scheinbar die „Kultur auf dem Lande“ stärken, damit nicht nur die Reichen, sondern auch die mittelständigen Bürger Kultur erfahren. Er hilft dem Straßer Theaterverein deshalb bei der Inszenierung eines neuen Stückes.

Dass etwas mit den „guten Absichten“ Hagens nicht stimmen kann, wird dem Zuschauer schnell klar, als er „seine“ Schauspieler zum ersten Mal trifft und entsetzt realisiert, dass „die große Bühne“ in Straß der Schankraum der „goldenen Sau“ ist. Die Gaststätte wird von Martha (Ina Ruick) und ihrem Mann Herbert (Brigitte Heuser – mit Superschnurrbart) geführt.

Beide streiten sich oft, eigentlich streiten sich alle Straßer dauernd. Zum Beispiel darüber, welches Stück gespielt werden soll. Rosamunde Pilcher? Oder doch lieber Shakespeare? Zu Hagens Entsetzen einigt man sich auf „Romeo und Julia“. Die ganz eigene Interpretation des klassischen Textes treibt Hagens Blutdruck in die Höhe. Wo war er nur gelandet? Darauf hat Martha die passende Antwort: „Wir leben zwar hinter Gey, aber nicht hinterm Mond“. Sie ergänzt stolz: „Wir haben sogar eine Busverbindung, die fährt zweimal am Tag nach Düren – und zurück“. „Danke“ – „Bitte“ wurde der Running-Gag des Abends.

Viele Lacher und Applaus

Es wurde mit so viel Humor gespielt, dass alle Schauspieler während des Stücks selbst ein ums andere Mal laut loslachen mussten. Dadurch verpasste Einsätze wurden so gekonnt und lustig überspielt, dass das Publikum erst recht lachen musste.

Eine Wendung bekommt das Stück, als herauskommt, dass Hagen zu seinem Einsatz auf dem Lande gezwungen wurde. Nach einigen Irrungen und Wirrungen brennt Hagen schließlich mit Marie durch. Im Schlussbild sitzen die Frauen beim Eierlikör zusammen. Es kommt heraus, dass sie die Erpressung eingefädelt haben, um Straß mal so richtig in die Schlagzeilen zu bringen – was gelingt – und den Tourismus im Örtchen anzukurbeln.

Das Publikum dankte mit viel Applaus und hielt große Fan-Herzen für die Schauspieler in die Höhe.

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