„The Fairy Queen“ singt sich in die Herzen der Besucher

Von: Bruno Elberfeld
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Die lyrische Sopranistin Marie Friederike Schröder sang sich mit der Semi-Oper „The Fairy Queen“ in die Herzen der Besucher bei Becker & Funck. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. Wie könnte ein begeisterter Laie die Aufführung von „The Fairy Queen – Ein Sommernachtstraum“ – eine von fünf Semi-Opern von Henry Purcel, die nun bei Becker & Funck aufgeführt wurde, beschreiben? Namen und Daten sind schnell bei der Hand.

Die Texte der Semi-Oper schrieb Franz Fühmann. Purcel (1659-1695) war ein Komponist des Barock. Franz Fühmann (1922-1984) ein Schriftsteller, der in der DDR lebte.

Präsentiert wurde das Werk von der „Tianias Band“, darunter die lyrische Sopranistin Marie Friederike Schröder, Erzähler Thomas Höft, Laute und Leitung Stephan Rath, Flöten Darja Großheide, Violine Daniel Deuter und Viola da Gamba Georg Kroneis.

Der Zuschauerraum war wie die Bühne in sanftes Dämmerlicht getaucht. An runden Tischchen saßen die Gäste im flackernden Kerzenschein. Vor dem Schwarz des Bühnenhintergrunds hob sich das leuchtend-rote Kleid der Sopranistin ab.

Die Musiker waren im Halbrund aufgereiht, neben sich die wichtige Figur des Erzählers. Sängerin Marie Friederike Schröder hielt sich, bewacht von ihrem weißen Hund, neben der Band im Hintergrund auf, wechselte natürlich bei ihren Gesangseinlagen in die Mitte der Bühne.

An dieser Stelle der Beschreibung Schluss zu machen, wäre fatal, denn da auf der Bühne geschahen Dinge, die eigentlich nur mit Musik, Kunst oder Poesie verständlich werden.

Marie Friederike Schröder erfüllte mit ihrem weichen Sopran den Saal, nahm die Menschen, auch wenn sie die Worte nicht verstanden, mit auf eine Reise. Mimik, Gestik und Stimme dem Geschehen angepasst, ergaben ein stimmiges Ganzes. Selbst bei dramatisch-abenteuerlichen Ereignissen ertönte die Stimme angemessen laut, unangestrengt. Dabei hatte die Sopranistin sowohl das Publikum als auch ihre Mitspieler im Visier, sprach sich ohne Worte mit ihnen ab.

Ein wichtiger Eckpfeiler des Geschehens war Erzähler Thomas Höft, laut Biografie nicht nur Sprecher, sondern auch Autor, Regisseur und Dramaturg. Höft war mit den Texten Brückenbauer zwischen den einzelnen Szenen, schlüpfte in die Rollen der Protagonisten von „The Fairy Queen“, überschritt Grenzen zwischen Menschen- und Elfenwelt.

Und um was geht es überhaupt in dem Stück? Zwei Elfengruppen führen Krieg gegeneinander. Grund ist – wie sollte es anders sein – die Liebe oder „Wie können unglücklich Liebende gegen den Willen ihrer Eltern zueinander finden?“ Liebespaare werden dank eines geheimnisvollen Zauberkrauts vertauscht, der Elfenkönig spielt seiner widerborstigen Gattin einen Streich. Die Elfenkönigin verliebt sich dank dieses Krauts in die Figur eines Menschenesels. Erst ein Gegenzauber glättet die Wogen, die Katastrophe wird vermieden. Es heiraten die, die zueinander gehören. Die Semi-Oper ist eine Erzählung aus einem Land der Fantasie, wo Menschen, Elfen und Tiere meist friedlich miteinander leben.

Die Semi-Oper auf der Bühne von Becker & Funck kam ohne Kulissen aus. Ein großes Orchester und eine breite Bühne hätten den Zauber von „The Fairy Queen“ nicht so zart und so besinnlich wiedergeben können. Die Texte aus Shakespeares „Sommernachtstraum“, von Fühmann für junge Leser umgeschrieben, kamen auf der bescheidenen Bühne in der Kulturfabrik im Osten Dürens voll zum Tragen.

Die Aufführung war eine Veranstaltung von „Tonspuren“. Unterstützt wird das Projekt vom „Kunstförderverein des Kreises Düren“.

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