Teurer Stich in den Po: 24-Jähriger muss drei Jahre in Haft

Von: Hartmut Prüss
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Drei Jahre in Haft muss ein 24-Jähriger, der einen vier Jahre jüngeren Mann mit dem Messer attackiert und schwer verletzt hatte. Symbolfoto: Markus Scholz/dpa

Düren/Jülich. Zurück in die Zelle musste ein 24 Jahre alter Mann aus dem Nordkreis. Das Dürener Schöffengericht ist davon überzeugt, dass er vor fünf Monaten, am 23. Januar, einem 20-Jährigen ein Messer mit beidseitig geschliffener Klinge in die Unterseite des Gesäßes gestochen hat.

Zudem wurde eine versuchte Nötigung quittiert, nachdem der Angeklagte seinem Opfer offenbar Rache für den Fall einer Anzeige bei der Polizei angedroht hatte.

Der Angeklagte ist angeblich im Rocker-Milieu unterwegs, wie in der Hauptverhandlung mehrfach zur Sprache kam. An besagtem Januarabend hatte er gegen 19 Uhr den 20-Jährigen, den er von früher kannte, über Handy angerufen, um ein Treffen zu vereinbaren. Da der Jüngere gerade in einem Fitness-Studio trainierte, trafen sich die beiden Männer auf dem Parkplatz dieses Studios.

Dort habe der Angeklagte ihn aggressiv gefragt, ob er über ihn und „seine Jungens“ schlecht geredet habe. Nachdem der Befragte sinngemäß antwortete, „Du hast nicht gerade den besten Ruf“, habe er einen Faustschlag ins Gesicht bekommen und unmittelbar danach einen Messerstich ins Gesäß. „Er hat mich mit einer Hand an der Schulter festgehalten und mit dem Messer in der anderen Hand zugestochen“, erklärte das Opfer vor Gericht.

Da sein Gegenüber ihm körperlich sichtlich überlegen war, habe er die Drohung, die Polizei herauszuhalten, ernst genommen und aus Angst auch keinen Rettungswagen gerufen. Vielmehr sei er, die blutende Wunde mit einem Handtuch verbunden, mit dem eigenen Wagen ins Krankenhaus gefahren. Nach der Operation sei er vier Tage stationär behandelt worden, habe lange gar nicht sitzen können und sei sechs Wochen lang an Krücken gelaufen.

Dass die Tat doch noch ein juristisches Nachspiel hatte, lag daran, dass sich das Opfer vom Krankenhaus aus an einen Rechtsanwalt wandte. Der wiederum schaltete die Polizei ein.

Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange verurteilte den 24-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Dies entsprach dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Außerdem muss er an den 20-Jährigen 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der Verteidiger des Angeklagten hatte von Notwehr gesprochen und auf Freispruch plädiert.

Das Gericht folgte der Version, sein Mandant habe dem Kontrahenten dessen Messer weggenommen und dann zugestochen, nicht. Dagegen spräche die körperliche Überlegenheit des Angeklagten. Zudem sei es nur schwer vorstellbar, dass man zum Fitness-Training ein Messer mitnimmt.

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