Teurer Ladendiebstahl: 14 Monate Haft für Langerweher

Von: hp
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Düren/Langerwehe. Recht teuer wurde trotz relativ geringer Beute im Gesamtwert von 41,70 Euro für einen 32 Jahre alten Mann aus Langerwehe der Diebstahl in einem Drogeriemarkt in Düren. Mitte Mai hatte er in dem Geschäft an der Wirtelstraße sechs Flakons Parfüm aus dem Regal genommen und in seine Jacke gesteckt.

Als eine Verkäuferin ihn auf den Diebstahl ansprach, ergriff er die Flucht und schlug bei der Verfolgung durch die Mitarbeiterin mehrfach wild um sich. Während der Rangelei erlitt die Verkäuferin eine Prellung an der Hand. Erst als einige Passanten der Verkäuferin halfen, konnte der 32-jährige Mann festgehalten werden. Nach seiner Festnahme kam er in Untersuchungshaft.

Schöffengericht verhandelt

Von dort wurde er jetzt auch dem Dürener Schöffengericht vorgeführt, vor dem er sich wegen räuberischen Diebstahls zu verantworten hatte. Ohne Umschweife zeigte er sich ob der Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Aachen geständig. Grund für die Tat sei seine Drogenabhängigkeit. Seit seinem 17. Lebensjahr konsumiere er regelmäßig Kokain.

Zudem habe er unter enormen Druck gestanden, weil er von einem anderen Mann zur Zahlung seiner Schulden gedrängt worden sei. Auf Befragen des Gerichts erklärte der Angeklagte, das er sich in den Jahren 2002 und 2005 in Therapien begeben, diese aber wieder abgebrochen habe.

Überhaupt kennzeichnet die Drogenabhängigkeit deutlich den Lebenslauf des jungen Mannes. Gleich mehrere Verurteilungen verschiedener Gerichte waren auf Delikte der so genannten Beschaffungskriminalität zurückzuführen. 14 Einträge wies das Bundeszentralregister vor der jetzigen Verurteilung aus. Dieses umfangreiche Vorstrafenregister spielte schließlich, wie die Vorsitzende erklärte, bei der Strafzumessung eine Rolle.

Verminderte Schuldfähigkeit?

Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Anne Utzelmann verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr und zwei Monaten Haft. Folglich trat der 32-Jährige nach der Verhandlung die Rückreise wieder Richtung Gefängniszelle an. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten gefordert, während der Verteidiger wegen verminderter Schuldfähigkeit für ein Jahr plädiert hatte.

Angesichts des Drogenkonsums und der Forderung, seine Schulden zu bezahlen, habe der Angeklagte sicherlich unter Druck gestanden, räumte auch die Vorsitzende ein, so dass eine verminderte Schuldfähigkeit nicht auszuschließen sei. Andererseits habe das Gericht die umfangreichen Vorstrafen nicht außer acht lassen können.

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