Aachen/Düren - Teure Risse im neuen Straßenbelag der A 4

Teure Risse im neuen Straßenbelag der A 4

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
Rechts Beton, links davon Asph
Rechts Beton, links davon Asphalt: Eine millionenschwere Fehlentscheidung? Foto: dpa

Aachen/Düren. Auf der A 4 wird wieder mal gebaut, dieses Mal bei Düren, immer wieder kommt es dieser Tage dort zu Staus. Noch bis Freitag bleibt die Baustelle bei Düren in Fahrtrichtung Aachen, nächste Woche wandert sie dann einige Kilometer weiter Richtung Köln, dann kommt es dort zu Staus.

Und vorher war die Baustelle bei Eschweiler, davor wiederum kurz vor dem Grenzübergang nach Holland. Überall Staus. Der Grund der Bauarbeiten war immer derselbe: Risse im Beton.

Der Landesbetrieb Straßenbau beeilt sich zu erklären, dass es sich lediglich um routinemäßige Ausbesserungsarbeiten am Straßenbelag handelt, die nicht ungewöhnlich seien. Und doch ist ungewöhnlich, dass Beton, der höchstens sechs Jahre alt ist, an manchen Stellen gar erst drei Jahre, gleich an mehreren Stellen eines Autobahnabschnittes ausgebessert werden muss.

Als die A 4 vor einigen Jahren zwischen Aachen und Düren dreispurig ausgebaut wurde, gab es bereits Diskussionen um den Straßenbelag. Am Ende wurden die linken und mittleren Spuren in Asphalt gebaut, die rechten in Beton. Beton hat angesichts des Lkw-Verkehrs auf der A 4 den Vorteil, dass er belastbarer ist als Asphalt, andererseits sind Reparaturarbeiten an Betonbelägen 50 bis 100 Prozent teurer als an Asphaltdecken. Und: Es gibt nur wenige Baufirmen, die Straßenbeläge aus Beton wirklich gut herstellen können. Und keine dieser Baufirmen sei damals am Ausbau der A 4 beteiligt gewesen, sagt einer, der damals am Ausbau der A 4 verantwortlich mitgearbeitet hat. Überdies ist Beton im Gegensatz zu Asphalt nicht sehr flexibel. Bewegt sich die Erde unter der Straße oder der Autobahn, entstehen im Beton Risse. Wie jetzt auf der A 4.

Ein Grund für die Risse könnte sein, dass sich durch den großflächigen Abbau von Braunkohle der Grundwasserspiegel in der Region immer wieder verändert. Das führt zu Setzungen, das Erdreich bewegt sich. Bernhard Steinauer, emeritierter Professor am Institut für Straßen an der RWTH Aachen, glaubt aber gar nicht, dass der Braunkohleabbau der primäre Grund in für die Risse im Beton der A 4 ist. Aber er sagt: „Es gibt noch keine Bautechnik, die mit der man Beton und Asphalt zusammenführen kann.” Die Konsequenz: Der Beton wird anfällig für Risse. Warum also hat man sich damals für Beton entschieden?

Die Beton- und die Asphaltindustrie führen energische Debatten darüber, welcher Straßenbelag der geeignetere für den Autobahnbau ist, es geht um sehr viel Geld, das jährlich auf den Autobahnen verbaut wird. Die endgültige Entscheidung auch über den Straßenbelag einer Autobahn liegt stets beim Bundesverkehrsministerium. Was immer damals für Beton gesprochen hat, könnte bald hinfällig sein, denn Bernhard Steinauer glaubt: „Die kombinierte Beton-Asphalt-Lösung auf der A 4 wird nicht von Dauer sein.” Mit anderen Worten: Es gibt einen neuen Straßenbelag, der Millionen kosten wird. Die Reparaturarbeiten, die dieser Tage lange Staus auf der A 4 verursachen, veranschlagt der Landesbetrieb Straßenbau schon mal mit knapp 300.000 Euro.
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