Teure Quittung nach waghalsiger Flucht vor der Polizei

Von: hp
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Das Schöffengericht verurteilte den 42-Jährigen zu einer anderthalbjährigen Bewährungsstrafe und 2000 Euro Geldbuße. Symbolbild: dpa Foto: dpa

Düren/Hürtgenwald/Stolberg. Die zentrale Frage in einem Prozess vor dem Dürener Schöffengericht lautete: Wer saß am Steuer eines Autos, das zwei Polizisten am späten Abend des 21. Juli 2015 bei Vossenack kontrollieren wollten? Zum Fortsetzungstermin dieses Prozesses hatte das Gericht die Mutter des Angeklagten als Zeugin geladen.

Denn der 42-jährige damalige Besitzer des Autos behauptete bis zuletzt, er sei damals nicht Fahrer des Wagens gewesen. Zwei Polizisten hatten den Angeklagten am ersten Prozesstag allerdings als Fahrer identifiziert.

Zur Erinnerung: Die Besatzung eines Streifenwagens war in Vossenack auf den Pkw mit AC-Kennzeichen aufmerksam geworden, weil einer der beiden Beamten wusste, dass dem Fahrzeughalter die Fahrerlaubnis entzogen worden, gleichwohl das Auto regelmäßig in der Gemeinde Hürtgenwald unterwegs war.

Vor diesem Hintergrund wollten die beiden Polizisten deshalb auch Fahrzeug und Fahrer kontrollieren. Allerdings wurden Anhaltezeichen und Blaulicht ignoriert. Stattdessen fuhr der Wagen mit hohem Tempo Richtung Raffelsbrand und weiter nach Stolberg-Zweifall. Unterwegs versuchte der Fahrer des Fluchtfahrzeuges sogar noch, den Polizeiwagen seitlich zu rammen und von der Straße abzudrängen.

Als weitere Zeugin sagte die Mutter des Angeklagten aus. Ihr Sohn sei, nachdem ihm die Fahrerlaubnis entzogen worden war, von ihr und weiteren Bekannten zur Arbeit chauffiert worden. An Details des Tatabends konnte sie sich aber nicht erinnern. Sie berichtete, das Auto sei irgendwann nicht mehr angesprungen und deshalb zum Ausschlachten an einen Niederländer verkauft worden. Bei Detailfragen gab es indes weitere Ungereimtheiten.

So habe der Mann für das Auto zwar 900 Euro bezahlt, den Autoschlüssel aber später in ihren Briefkasten geworfen und sich nie mehr gemeldet.

Das Gericht war spätestens danach von der Täterschaft des Angeklagten überzeugt. Denn am Ende der waghalsigen Verfolgungsfahrt, die in einem Waldweg bei Zweifall endete, war der 42-Jährige beim Verlassen des Wagens im Scheinwerferkegel des Fernlichtes eindeutig von den beiden Polizisten erkannt worden.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange verurteilte den mittlerweile in Herzogenrath wohnenden Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Diese Quittung wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in besonders schwerem Fall sowie Fahren ohne Fahrerlaubnis hatte auch die Staatsanwaltschaft beantragt, während der Verteidiger auf Freispruch plädierte. Zu den Bewährungsauflagen gehören die Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 2000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung sowie eine weitere zweijährige Sperre, den Führerschein wieder zu bekommen.

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