Düren - Tedrive: Überstunden in der Endphase der Verkaufsgespräche

Tedrive: Überstunden in der Endphase der Verkaufsgespräche

Von: Jörg Abels
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Düren. Die Verkaufsverhandlungen für den insolventen Automobilzulieferer Tedrive in Düren stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Bereits in der kommenden Woche soll eine Entscheidung über den neuen strategischen Partner an der Henry-Ford-Straße fallen.

Insolvenzverwalter Dr. Andreas Ringstmeier verhandelt seit Tagen intensiv mit drei Interessenten, die getrennte Übernahmeangebote für die Tedrive-Werke in Düren und Wülfrath abgegeben haben.

Dabei soll es sich neben einem kanadischen Interessenten um den US-Antriebs- und Gelenkwellenhersteller Neapco/Pennsylvania handeln, der bereits in früheren Fällen von Ford ehemalige Visteon-Werke in den USA übernommen hat.

Neapco würde mit der Übernahme von Tedrive erstmals zum Sprung über den großen Teich ansetzen. Dritter im Bunde der potenziellen Käufer ist nach Informationen die Hirschvogel Automotive Group mit Stammsitz im bayrischen Denklingen.

Das Unternehmen zählt mit 3000 Mitarbeitern an sieben Standorten (u.a. Ohio/USA, China und Brasilien) und einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro nach eigenen Angaben zu den weltweit größten Automobilzulieferern im Bereich der Massivumformung und Zerspanung.

Offenbar ist der Preis das entscheidende Kriterium, schließlich lasten allein auf dem Tedrive-Standort Düren Forderungen von Gläubigern in Höhe von 77 Millionen Euro. Für den US-Interessenten spricht offenbar, dass Tedrive mit den in Düren gefertigten Antriebswellen und Differentialen ziemlich gut ins Produktportfolio passen würde, und Neapco bei Ford als zuverlässiger Partner gilt.

Derweil schließt der Betriebsrat - unabhängig von der Entscheidung, welcher Interessent zum Zuge kommt - weitere personelle Maßnahmen aus. „Wir sind schon jetzt am Limit”, erklärte der Betriebsratsvorsitzende Peter Nießen am Dienstag auf Nachfrage. Denn während Ende April 200 der 880 Mitarbeiter, darunter 120 aus der Produktion, ihre Kündigung erhielten, werden in einigen Teilbereichen jetzt schon wieder Überstunden gefahren. Die Abrufzahlen der früheren Werksmutter Ford für den Fiesta sind zuletzt derart angestiegen, dass auch am Wochenende wieder produziert werden muss.
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