Tedrive-Rettung gerät ins Stocken

Von: Christoph Lammertz
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Düren. Bis Ende Februar wird es höchstwahrscheinlich kein tragfähiges Sanierungskonzept für den Dürener Autozulieferer Tedrive geben.

Betriebsratsvorsitzender Peter Nießen sagte am Abend, die Verhandlungen verzögerten sich voraussichtlich um einige Wochen.

Geschäftsführung, der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier und der größte Tedrive-Kunde Ford seien am Dienstag ohne Ergebnis auseinander gegangen. „Ford spielt noch nicht mit”, sagt Nießen. Das Unternehmen sei bisher nicht bereit, die Auftragsgarantien zu geben, die für eine Sanierung von Tedrive nötig sind.

Auf der für den Donnerstag anberaumten Betriebsversammlung können die Tedrive-Mitarbeiter nun anders als erhofft noch nicht damit rechnen, dass ihnen die Rettungspläne für das Unternehmen im Detail vorgestellt werden.

Fest steht wie berichtet, dass es ohne Stellenstreichungen an der Henry-Ford-Straße nicht weitergehen wird. Wie viele der derzeit 850 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren, ist allerdings noch offen.

Mit 240 nannte Nießen unserer Zeitung am Dienstag zum ersten Mal eine konkrete Zahl. So viele Stellen müssten laut Geschäftsführung abgebaut werden. „Darüber werden wir aber noch intensiv verhandeln”, sagt der Betriebsratschef, der hofft, dass diese Zahl noch reduziert werden kann.

Durch die Verzögerung bei den Verhandlungen ist laut Peter Nießen die angestrebte „Rettung in Eigenregie” vom Tisch.

Die Tedrive-Geschäftsführung war nach dem Gang zum Insolvenzgericht weiter im operativen Geschäft tätig. Andreas Ringstmeier wurde als sogenannter vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt und arbeitete sozusagen Seite an Seite mit der Geschäftsführung. „Nun wird am 1. März das ordentliche Insolvenzverfahren eröffnet. Herr Ringstmeier wird das Unternehmen dann als Insolvenzverwalter weiterführen”, erklärt Nießen.

Auch wenn dem Betriebsratschef am Abend die Enttäuschung deutlich anzumerken war, äußerte er sich dennoch weiter vorsichtig optimistisch: „Am Donnerstag werde ich den Kollegen sagen können, dass sie am 1. März alle noch zur Arbeit kommen dürfen. Und dann müssen wir hoffen, dass die Verhandlungen mit Ford doch noch zu einem positiven Ergebnis kommen.” Auf jeden Fall seien weitere Gespräche mit dem Hauptauftraggeber schon fest vereinbart.
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