Düren - Tedrive muss Produktion deutlich senken

Tedrive muss Produktion deutlich senken

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:

Düren. Die Sanierung des insolventen Automobilzulieferers Tedrive gestaltet sich schwerer als erwartet.

Wie erst am Freitag bekannt wurde, hat der frühere Mutterkonzern Ford im Zuge der weltweiten Automobilkrise seine Bestellungen fürs laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert.

In einem Schreiben an die Belegschaft spricht der Betriebsrat von 12.0000 Fahrzeugen, die nach Angaben der Tedrive-Geschäftsführung von Ford aus dem Programm genommen wurden. Für das Dürener Zuliefererwerk bedeutet das rund ein Fünftel der Gesamtproduktion und lässt den Umsatz von bis zu 220 Millionen Euro in guten Zeiten nach Betriebsratsangaben auf unter 150 Millionen Euro purzeln.

Zahlen, die Alexander Lennemann, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Andreas Ringstmeier, Freitag weder bestätigen noch dementieren wollte. Allerdings räumte er ein, das Ford deutlich weniger abrufen wird.

„Das vereinfacht unsere Situation sicher nicht”, betonte er gegenüber der DZ, „hat aber den Vorteil, dass wir jetzt wissen, wie weit die Sanierung gehen muss. Viel schlimmer wäre gewesen, wir hätten bereits einen Plan aufgestellt und wären dann von den geringeren Abrufzahlen überrascht worden.”

Zu konkreten Auswirkungen auf die Zahl der derzeit rund 900 Mitarbeiter wollte sich Lennemann nicht äußern. Dass die Sanierung aber ohne gravierende personelle Einschnitte gelingen kann, wird immer unwahrscheinlicher. Die Geschäftsführung sprach gegenüber dem Betriebsrat infolge der stornierten Bestellungen von einer nicht unerheblichen Zahl von Mitarbeitern im Überhang.

„Es ist weiter unser Ziel, möglichst viele Arbeitsplätze zu möglichst guten Konditionen zu erhalten”, betonte der Betriebsratsvorsitzende Peter Nießen am Freitag. Er setzt einige Hoffnung nicht nur in das Konjunkturpaket II der Bundesregierung und die darin enthaltene Abwrackprämie, sondern auch in eine neue Kurzarbeitsregelung. „Eine zeitliche Verlängerung und eine teilweise Befreiung des Arbeitgebers von den Sozialabgaben könnte uns über Wasser halten.”

Derweil laufen die Gespräche mit den Mitarbeitern, die Altersteilzeitregelungen in Anspruch nehmen wollten, deren Einzahlungen für die Freistellungsphase aber nicht wie gesetzlich und tarifvertraglich vorgeschrieben von der Geschäftsführung gegen Insolvenz abgesichert worden sind. Mit jedem der 21 betroffenen Mitarbeiter müsse jetzt ganz individuell eine Lösung gefunden werden, erklärte Alexander Lennemann, ohne auf Details eingehen zu wollen.
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