Tedrive: In zwei Wochen sollen die Weichen gestellt sein

Von: Jörg Abels
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Der Dürener Autozulieferer Tedrive hat Insolvenz angemeldet.

Düren. Der Monat der Entscheidung für das Dürener Tedrive-Werk hat begonnen. Bis Ende Februar muss der vorläufige Insolvenzverwalter, der Kölner Dr. Andreas Ringstmeier, seine Sanierungspläne umsetzen.

Nur noch im Februar sind die Gehälter der knapp 900 Mitarbeiter über Insolvenzgeld gesichert, ab dem 1. März muss das Unternehmen die Löhne wieder aus eigener Kraft erwirtschaften.

Zum Stand der laufenden Gespräche wollte sich Alexander Lennemann, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters, am Montag nicht äußern. Er rechnet aber mit einer Weichenstellung in den kommenden zwei Wochen.

Am Montagnachmittag präsentierte der Betriebsrat seine Vorstellungen zur Rettung des finanziell angeschlagenen Automobilzulieferers mit dem Ziel, „möglichst viele Arbeitsplätze zu möglichst guten Konditionen zu erhalten”, so der Betriebsratsvorsitzende Peter Nießen.

Während ein Teil der Belegschaft offenbar zu finanziellen Zugeständnissen bereit ist, können sich andere mit dem Gedanken, abermals verzichten zu müssen, überhaupt nicht anfreunden. „Ich habe Verständnis für die Kollegen”, räumte Nießen ein. „Viele fragen sich, wie oft denn noch.”

Eine positive Nachricht scheint es zu geben. Die jüngste Ankündigung des Hauptauftraggebers Ford, in den nächsten Monaten an insgesamt 15 Tagen die Produktionsbänder ruhen zu lassen, soll keine zusätzlichen Negativfolgen für Tedrive haben.

Schon Mitte Januar hatte Ford mitgeteilt, im laufenden Jahr angesichts der Absatzkrise 120.000 Fahrzeuge aus dem Programm zu nehmen - ein Fünftel der Tedrive-Gesamtproduktion.

„Wir gehen davon aus, dass es bei diesen Zahlen bleibt”, erklärte Alexander Lennemann auf Nachfrage. „Sie sind weiter Grundlage unserer Arbeit.”

Die rund 20 Mitarbeiter in Altersteilzeit, deren eingezahlte Gelder von der Geschäftsführung nicht gegen Insolvenz abgesichert worden sind, stehen derweil vor einer schwierigen Entscheidung. Sie haben drei Möglichkeiten, erklärt Nießen.

Entweder sie erfüllen ihren laufenden Altersteilzeitvertrag trotz der Einbußen, schließen einen neuen mit schlechteren Konditionen ab oder hoffen, zum 1. März in die Vollzeitbeschäftigung zurückkehren zu können.

Ob eine Klage gegen die Geschäftsführung Aussicht auf Erfolg hat, werde derzeit von der IG-Metall-Zentrale in Frankfurt geprüft.
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