Tedrive: Befristete Einschnitte in tarifliche Leistungen vereinbart

Von: Jörg Abels
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Tedrive: Der Sprecher des Insolvenzverwalters verbreitet verhaltene Zuversicht. Foto: Tedrive

Düren. Nach der Entlassung von 200 Mitarbeitern, die größtenteils in eine Transfergesellschaft gewechselt sind, steht beim insolventen Automobilzulieferer Tedrive nun auch fest, welchen Beitrag der Rest der Belegschaft zum Sanierungskonzept beisteuern soll.

Um die benötigten 7,1 Millionen Euro bei den jährlichen Lohnnebenkosten einzusparen, müssen die Mitarbeiter einerseits Einschnitte bei den betrieblichen Leistungen - insbesondere soll die Altersvorsorge betroffen sein - in Kauf nehmen, andererseits sollen sie nach DZ-Informationen 2010 aber auch auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten, das erst ab 2011 teilweise wieder gezahlt werden soll.

Weil es sich dabei um tarifliche Leistungen handelt, muss noch ein sogenannter Sanierungstarifvertrag unterschrieben werden. Die Details sind zwischen den Parteien in Düren abschließend verhandelt worden, letztlich aber muss noch der Vorstand der IG Metall in Frankfurt zustimmen. Damit, so heißt es aus Betriebsratskreisen, sei die Sanierung des Dürener Werks, der Tedrive Germany, abgeschlossen.

Ungeklärt ist aber weiterhin, wer das Werk an der Henry-Ford-Straße übernehmen soll. Von ursprünglich 43 Interessenten sind nach Angaben des Insolvenzverwalters noch zwei potenzielle strategische Partner aus der Branche übrig geblieben.

Nach DZ-Informationen handelt es sich dabei um die US-Firma Neapco und das kanadische Unternehmen Linamar, das angeblich aber nur an den in Düren gefertigten Differentialen interessiert sein soll. Neapco hingegen wolle auch das Werk komplett und zudem auch die eng mit Düren verbundene Tedrive-Produktion im polnischen Praszka übernehmen, heißt es.

Hartnäckig hält sich auch das Gerücht, die britische GKN-Gruppe, die in Deutschland bereits Töchter unterhält, habe ihren Hut in den Ring geworfen. Wer am Ende den Zuschlag erhält, soll nicht unwesentlich am Votum der früheren Tedrive-Mutter Ford hängen, die immer noch Hauptkunde des Dürener Werks und deshalb in die Verhandlungen eingebunden ist.

In den nächsten Wochen sollen sich die Kaufinteressenten dem Betriebsrat in Düren vorstellen. Und der macht darauf aufmerksam, dass die Einschnitte bei den betrieblichen Leistungen und der Sanierungstarifvertrag nicht automatisch übertragen, sondern neu verhandelt werden müssen.
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