Techno-Elfen im Märchenwald

Von: Christoph Hahn
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Die heimlichen Stars der „Sch
Die heimlichen Stars der „Schneewittchen”-Aufführung in der Neffeltalhalle: die Sieben Zwerge, gespielt von Kindern aus der Albertus-Magnus-Grundschule in Eschweiler über Feld. Foto: Hahn

Nörvenich/Eschweiler über Feld. Im Märchenwald ist Disco angesagt: Kaum stehen die Elfen auf der Bühne in der Nörvenicher Neffeltalhalle, da tanzen sie auch schon im Takt aktueller Techno-Beats.

Die „Schneewittchen”-Inszenierung, die die Kinder aus der Albertus-Magnus-Grundschule in Eschweiler über Feld zeigten, enthält durchaus moderne Elemente. Aber trotzdem bleibt die Regiearbeit des Teams Helga Möthrath und Hannelore Funk dicht bei der Vorlage. Der gespielte Bilderbogen, den sie zusammen mit den hochmotivierten Darstellern aus der dritten und vierten Klasse spannten, bleibt 100 Prozent Märchen und 100 Prozent Grimm.

Mit dem Verzaubern ihrer Zuschauer kennen sich die Eschweiler aus: „Schneewittchen” ist das 22. Stück, mit dem die Schüler ihr Publikum erfreuen. Im Grunde geht es bei diesen Produktionen um mehr als ein Theaterstück - denn jede Vorstellung wird nicht nur von den Mädchen und Jungen, sondern auch von einer Mannschaft aus Lehrern, Eltern und Ehemaligen auf die Beine gestellt. Zusätzlich zu den 36 Kindern auf der Bühne sind bei den Vorbereitungen und den Aufführungen mehr als 70 Erwachsene aktiv und tragen zu dieser Gemeinschaftsleistung bei.

Das sah auch Schulleiter Franz-Josef Biermanns so, der zur Premiere am Freitagabend unter den rund 400 Zuschauern in der Neffeltalhalle viele Mitglieder des Nörvenicher Rates willkommen hieß. Gemeinsam ließen sich junge und jung gebliebene Freunde des Ensembles aus der Schule in Szenen voller Zauber und Poesie einhüllen und verfolgten das Märchen gebannt. Die kleinen Schauspieler waren mit Hingabe bei der Sachen und hatten sich in der langen Vorbereitungszeit eine gute Sprechkultur zugelegt und trugen weder in der Mimik noch in der Gestik zu dick auf.

Gut besetzt und in der Typenzeichnung treffsicher gespielt wirkten die Leistungen der 36 Darsteller außerdem. Jeder von ihnen spielte seine Figur mit Herz und großer Hingabe. Der bösen, bösen Königin (Lisa Krumm, verkleidet als Hausiererin: Anastasia Steffens, als Tänzerin: Angelina Ricciardi), die sich immer wieder durch ihr teuflisches Lachen verriet, war das deutlich anzumerken - ebenso wie auf ihre Weise Anastasia Reger und den Sieben Zwergen, die unter ständigem „Ho, ho, ho”-Singen aufziehen und im Schulalltag auf die Namen Diana Rende, Angelina Steffens, Paul Simon, Lara Funke, Lina-Sophie Krick, Malte Ludwigs und Miriam Mathiesen hören. Benedikt Bulich gab einen hinreißenden Prinzen (und Antonius Paeffgen einen würdigen König). Dominik Bulich glaubte der Zuschauer nur zu gern, dass er als königlicher Jäger Schneewittchen nicht umbringen kann oder will, ebenso wie Maren Weidgang als orakelnder Spiegel alles Andere als eine bloße Stichwortgeberin war.

Ein Sonderlob verdienen das in einer Gemeinschaftsarbeit ausgeführte Bühnenbild und die von den Müttern der Kinder gestalteten Kostüme. Beide Elemente boten viele kleine und liebenswerte Details, so das Haus der Zwerge mit der Nummer 7 und die Zipfelmützen der Bewohner. Die Freunde dieser Truppe freuen sich schon jetzt auf das nächste Stück im kommenden Jahr.
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