Tausend kleine Steine ergeben eine Kirche

Von: Gudrun Klinkhammer
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Der Grundstein der Kirche St. Martinus wurde vor 150 Jahren gelegt, die Feierlichkeiten gingen jetzt mit großem Erfolg über die Bühne. Foto: Klinkhammer

Abenden. Um eine einmalige Attraktion ist die Kirche St. Martinus in Abenden seit Anfang Juli reicher. Zur 150-Jahrfeier bauten die Kommunionkinder unter der Leitung von Gemeindemitglied Thomas Freuen die Kirche als Modell nach, und zwar aus vielen Tausend kleinen Steinen.

Die roten Steinchen töpferten die Kinder in Langerwehe im Töpfereimuseum per Hand. In einer feierlichen Prozession wurde das Kirchenmodell zu Beginn der Jubiläumsfeier von der Stelle im Ort aus, wo zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert ehemals eine kleine Kapelle stand, zu der Stelle im Ort getragen, wo seit 15 Jahrzehnten nun die Kirche St. Martinus steht.

Erinnerung an Kapelle

Das nicht mehr existente Kapellchen in der Dorfmitte, heute Ecke Mühlbachstraße/Im Hag, musste 1864 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Seit dieser Zeit steht dort ein altes Sandsteinkreuz aus dem 16. Jahrhundert, das noch an die kleine Kapelle erinnert. Anlässlich des Jubiläums hielt Pfarrer Kurt Josef Wecker eine Festmesse. Die Kirchenchöre aus Abenden und Nideggen unter der Leitung von Kerstin Kreitz und ein Blechbläserensemble unter der Leitung von Musikschulleiter Renold Quade bereicherten die Messe musikalisch. Nach der Liturgie feierten die Gemeindemitglieder noch bis in den Nachmittag hinein bei bester Stimmung weiter.

Intensiv vorbereitet

In den Reihen der Jubiläumsgäste befand sich unter anderem Doris Heidbüchel, seit 57 Jahren Küsterin in Abenden. Viele Monate lang hatten die Gläubigen in Abenden das Fest intensiv und mit sehr viel Liebe vorbereitet. Zur Geschichte der Kirche: Genau am 11. November 1865 wurde die Kirche auf einer Anhöhe, elf Meter über dem Dorfplatz, eingeweiht.

1868 wurden das Taufbecken und der Friedhof eingeweiht. Während einer umfangreichen Renovierung zu Beginn der 1920er Jahre erhielt das Gotteshaus einen wunderschönen Terrazzo-Boden, der heute noch jedem Besucher ins Auge fällt und der einwandfrei erhalten ist.

Erst vor zwei Jahren segnete Weihbischof Karl Reger den neuen Altar und das Ambo aus Rotsandstein ein. Eine interessante Untersuchung des Abendener Steinbruchs „In der Steinkaul“ lässt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Annahme zu, dass die Steine der Kirche aus diesem nahe gelegenen Steinbruch stammen. Einzelne Stücke aus dem Steinbruch wurden zum Jubiläum ebenso in der Kirche St. Martinus ausgestellt, wie die Sammlung alter Fotos. Zu Zeiten der kleinen Kapelle in der Ortsmitte vor einigen Hundert Jahren zählte Abenden übrigens nur 248 Einwohner, inzwischen leben 900 Personen im beliebten Ausflugsort an der Rur.

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