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Taubenschlag: Geburtenkontrolle auf dem Marktplatz

Von: sj
Letzte Aktualisierung:
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Taubenzüchter Jakob de Vries kümmert sich seit fünf Jahren um den Taubenschlag über den Dächern der Innenstadt. Foto: Stephan Johnen

Düren. „Anfangs hat man uns für die Idee belächelt“, blickt Heidemarie Meier-Grass fünf Jahre zurück. Um die „Taubenplage“ in der Innenstadt in den Griff zu bekommen, wurde ein Taubenschlag auf dem Dach der ehemaligen Stadtsparkasse installiert.

„Das ist die einzige biologische Art, die Zahl der Tauben zu reduzieren“, argumentierte damals Heidemarie Meier-Grass. Heute fühlt sich die Vorsitzende der Partei Bürger für Düren (BfD), die lange für einen Taubenschlag gekämpft und vor fünf Jahren den Antrag gestellt hatte, bestätigt. „Die Innenstadt ist sauberer geworden, es gibt nur noch wenige Beschwerden“, zog sie am Mittwoch Bilanz.

Vor fünf Jahren begann auch Taubenzüchter Jakob de Vries hoch über den Dächern der Innenstadt mit seiner Arbeit. Täglich klettert er hinauf zum Schlag, füttert die Tiere, entfernt den Kot. So sollen die Tiere an den Standort gebunden werden. Und auf diese Weise fällt es dem Züchter leichter, „Geburtenkontrolle“ zu betreiben. Den brütenden Weibchen werden Plastikeier untergeschoben, um die Population zu verringern. Alle Eier kann de Vries aber nicht austauschen. „Die Tauben würden sonst weiterziehen und einen neuen Nistplatz suchen.“ Habe er in der Dämmerung früher rund um den Markt etwa 130 Tauben gezählt, seien es heute nur noch 25 bis 30. „Die Dächer sind sauber.“

Der Container, der zum Taubenschlag umgebaut worden ist, gehört der Sparkasse und wird den Bürgern für Düren unbefristet zur Verfügung gestellt. „Das Konzept hat sich bewährt“, bilanziert Ralf Ungermann von der Bauverwaltung der Sparkasse. Die Kosten für Futter und medizinische Versorgung der Tiere trägt Heidemarie Meier-Grass. Zwei weitere Standorte hat sie bereits im Blick: an der Eiswiese und am Paradiesplatz.

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