Merzenich/Kreis Düren - Taschengeldbörse: Erst in den Garten, dann in die Disco

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Taschengeldbörse: Erst in den Garten, dann in die Disco

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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Um ihr Taschengeld aufzubessern, können Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren aus Merzenich an einem Projekt des Kreises Düren mitmachen. Foto: stock/Sven Simon

Merzenich/Kreis Düren. Ein bisschen mehr Kohle kann wohl jeder Jugendliche gut gebrauchen: Die Handyrechnung muss bezahlt werden, ein paar neue Klamotten wären cool und im Kino läuft gerade der neue James Bond. Gleichzeitig gibt es viele ältere Menschen, die ein bisschen Hilfe im Garten brauchen, beim Laubrechen oder Rasenmähen zum Beispiel.

Vielleicht braucht ein Senior aber auch Hilfe beim Installieren eines Programms auf dem Computer oder möchte wissen, wie das Handy funktioniert. Um diese Menschen verschiedener Generationen zueinanderzubringen, hat der Kreis Düren in Merzenich eine Taschengeldbörse gestartet. Diese Börse stellt den Kontakt zwischen Jugendlichen, die ihr Taschengeld ein bisschen aufbessern wollen, und älteren oder mobilitätseingeschränkten Menschen her, die ab und an eine helfende Hand brauchen können. Es soll eine Gewinnsituation für beide Seiten entstehen.

„Viele Menschen möchten gerne in den eigenen vier Wänden alt werden. Aber manchmal sind es die kleinen Dinge, die das Leben dort beschwerlich machen“, weiß Michael Staab von der Gemeinde Merzenich. Eine helfende Hand bei kleineren Arbeiten im und rund um das Haus könne ein kleiner Baustein dafür sein. 16 Jugendliche haben sich schon bei Michael Staab gemeldet, noch gibt es nicht für alle einen Job.

„Die Jugendlichen müssen vorab zu einem Kennenlerngespräch kommen“, erklärt der Diplom-Sozialarbeiter. Dort erfahren die Jugendlichen, was auf sie zukommt, gleichzeitig kann der Koordinator in Erfahrung bringen, ob Kandidaten für die Börse geeignet sind.

Neben dem eigentlichen Tauschgeschäft geht es bei der Börse auch darum, einen Austausch zwischen den Generationen ermöglichen. „Sicher können die Senioren den Jugendlichen vieles vermitteln“, sagt Susanne Herfs vom Kreis Düren.

Gleichzeitig könnten die Jugendlichen ihre Fähigkeiten ausloten, schauen, was ihnen Spaß macht. „Vielleicht ist es sogar die Arbeit mit den Senioren. In diesem Berufsfeld werden noch Fachkräfte gesucht. Vielleicht merkt der ein oder andere Jugendliche auf diesem Weg, dass ihm die Arbeit mit Senioren Spaß macht“, ergänzt Susanne Herfs mit Blick auf die demografische Entwicklung.

Kontakte vermitteln

Das Team der Taschengeldbörse bringt Jugendliche und Senioren, die sich für das Projekt registriert haben, zueinander. „Das empfohlene Taschengeld beträgt mindestens fünf Euro pro Stunde“, erklärt Staab. Der Rest ist Verhandlungssache. Wichtig ist den Verantwortlichen, dass nur einfache, ungefährliche Arbeiten vergeben werden dürfen und dass diese nur unregelmäßig stattfinden.

Dadurch entfällt nämlich die Anmeldepflicht bei der Minijobzentrale. Täglich soll nicht mehr als zwei Stunden, wöchentlich maximal zehn Stunden gearbeitet werden. Allerdings müssten die Jugendlichen eine Haftpflicht- und Unfallversicherung über ihre Eltern nachweisen können. Minderjährige brauchen eine Einverständniserklärung.

Die Kontaktstelle übernimmt keine Haftung: Sollte es während eines Jobs doch einmal zu einem Diebstahl kommen, müssen sich Betroffene direkt an die Polizei wenden.

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