„Tanzende Stadt“: Orte des Alltags werden zur Bühne

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Tänzerin Masami Sakurai, hier in „Inside Time – Outside Space“ beim Festival „Tanzende Stadt“ im Jahr 2014. Das Festival findet grenzüberschreitend in Durbuy, Düren, Herzogenrath, Stolberg, Eupen und Verviers statt. Foto: Raabe
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Im Tanzprojekt „tanzwärts – Sehnsuchtsort Heimat“ zeigen Tänzer aus Düren und Geflüchtete, was Heimat für sie bedeutet. Mit einem 15-minütigen Ausschnitt nimmt die Gruppe am Festival teil. Foto: Hünerbein

Düren. Überall in der Stadt tauchen überraschend Tänzerinnen und Tänzer auf. Sie laden ein zu einem getanzten Spaziergang und Interaktionen mit dem Publikum. Ihr Tanz bringt Rhythmus in die Stadt, in der jeder Ort zur Bühne für eine Tanzaufführung werden kann.

Wie bereits im vergangenen Jahr kommt mit dem Festival „Tanzende Stadt“ Ende August wieder der zeitgenössische Tanz nach Düren.

Seit mehr als zehn Jahren organisiert die belgische Compagnie Irene K. das Festival und bietet damit ein besonderes Kulturerlebnis für alle. Am 31. August tanzen Ensembles aus Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Israel und Burkina Faso ab 17 Uhr an verschiedenen Orten in der Dürener Innenstadt.

Jede Kompanie hat ihren ganz eigenen Stil. Das Festival zeigt auf diese Weise die kulturelle Vielfalt in einer Art Miniaturweltreise. Diese dauert zwar nur etwa zwei Stunden, ist aber reich an Entdeckungen. Als regionale Akteure gestalten das Projekt „tanzwärts“ sowie Schlagzeuger Lasse Lemmer und Trompeter Martin Schädlich als „Duo Trombarimba“ das Programm mit.

Das Prinzip des Festivals „Tanzende Stadt“ ist ganz einfach: Das Publikum macht einen Rundgang durch die Stadt und schaut sich an jeder Station jeweils eine Aufführung von zehn bis 20 Minuten an.

Die Körpersprache des Tanzes überwindet das Hindernis der gesprochenen Sprache. Deshalb erreicht dieses Ausdrucksmittel jeden Einzelnen ganz unmittelbar, ohne Unterschiede und Ausnahmen.

In unserer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft schafft diese Kunstform so eine Art der Gleichberechtigung. Gleichzeitig thematisiert das Festival „Tanzende Stadt“ durch die Mobilität des Publikums, das nicht zu einem festen Veranstaltungsort kommt, sondern durch die Stadt wandert, eines der wichtigsten Themen unserer Zeit: Beweglichkeit.

Die Kulisse für die Tanzaufführungen bildet der öffentliche Raum mit seinen Sehenswürdigkeiten und Hinterhöfen. So werden mitten in der Stadt direkte Begegnungen zwischen dem Publikum und den Tänzern möglich, und die Zuschauer erleben, wie ihr alltägliches Umfeld zum Schauplatz der Tanzperformance wird.

Die Standorte, die den Ensembles als Bühne dienen, passen zur jeweiligen Aufführung, so dass Ort und Choreographie sich gegenseitig bereichern. Den Rahmen für die Dürener Tanzaufführungen werden unter anderem die Annakirche sowie der Kaiserplatz und der Ahrweilerplatz bieten.

Regional und International

Das Festival „Tanzende Stadt“ findet Ende August grenzüberschreitend in den Städten Düren, Herzogenrath, Stolberg sowie in den belgischen Städten Durbury, Eupen und Verviers statt. In Düren wird auch ein etwa 15-minütiger Ausschnitt aus der diesjährigen Aufführung des Community-Tanzprojekts „tanzwärts – Sehnsuchtsort Heimat“ zu sehen sein. Es wurde im Juni mit großem Erfolg mehrmals im Haus der Stadt gezeigt. Fünfzehn Tänzer aus Düren sowie Zugezogene und Geflüchtete interpretieren zu zeitgenössischer Musik ihre unterschiedlichen Vorstellungen von Heimat und Gemeinschaft.

Es tanzen Khashayar Abedini, Barbara Hamacher-Harzheim, Regine Janus, Herbert Greif, Uschi Reepel, Reglinde Hölzl, Ali Jumadin Hussaini, Shehab Alzaim, Steffi May, Josef Albert, Jutta Weber-Gray, Elisabeth Syed, Nawroz Kador, Hamidreza Josef Nafisy Zadeh und Torsten Hamm-Leuchtenberg.

Einen besonderen musikalischen Beitrag steuert das „Duo Trombarimba“ mit seiner ungewöhnlichen Kombination von Marimbaphon, Percussion und Trompete bei. Schlagzeuger Lasse Lemmer und Trompeter Martin Schädlich, Leiter der Brass Band Düren, erzeugen beim gemeinsamen Musizieren und Improvisieren eine intensive Atmosphäre.

Die weiteren beteiligten Tanzensembles sind die Compagnie Didier Theron aus Frankreich, Chey Jurado aus England, die Liat Dror Nir Ben Gal Dance Company aus Israel, die Compagnie Tamadia aus Burkina Faso sowie die Compagnie Irene K. aus Deutschland und Belgien.

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