Tangoabend in Düren mit jazzigem Anstrich

Von: han
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Boten einen verblüffenden Tango Abend: TangoX. Foto: Schmitz

Düren. Ein etwas ungewöhnlicher Tangoabend im Foyer des Hauses der Stadt, den die Cappella Villa Duria veranstaltete. Da spielte die Formation „TangoX“ Traditionelles, polierte Altes wohlgefällig auf, überraschte mit Neuerungen und verblüffenden Kombinationen. Melodien voller Sehnsucht und Wehmut erklangen, die Geige schluchzte in melancholischen Tönen, zauberte dann feurige prickelnde Tongirlanden mit raffinierte Klängen. Alles getragen von einer rhythmischen Vielfalt.

Allerdings wurde der klassische Tango um verschiedene Facetten und Nuancen bereichert. Die traditionelle argentinische Musik wurde mit nachbarschaftlichen Einflüssen verbunden. Elemente brasilianischer Musik wurden eingeflochten und ein Ausflug in den Jazz unternommen. Manches Stück begann wie ein Tango, und wenn dann Stefan Michalke am Flügel sein Solo spielte, wurde deutlich, warum er einer der bekanntesten Jazzpianisten in der Region ist. Der Tango erhielt einen jazzigen Anstrich, wurde zum Jazz-Tango.

Verwunderlich eigentlich nicht, wenn man die für Tangomusik doch außergewöhnliche Besetzung mit Violine (Johanna Schmidt), Klavier (Stefan Michalke), Bass (Stefan Rey) und Drums (Stefan Kremer) sieht. Vor allem der Schlagzeuger mischte mit seinem rhythmischen Spiel das Bekannte auf, ebnete den Weg für neue Einflüsse.

Fast schien es so, als ob die ausgezeichnete Gruppe den Tango aus alten Konventionen zeitweise befreien wollte und sich an dem großen Komponisten Astor Piazzola orientieren wollte, der den Tango „revolutionierte“, Schmalz und wollüstigen Liebreiz entfernte, aus dem Tango Argentino den Tango Nuevo formte, Musik zum Zuhören und nicht zum Tanzen. „TangoX“ absolvierte einen glänzenden Auftritt, ihr Programm war inspiriert von der Welt des Tangos, von traditionellen Musikstücken, die eigens arrangiert wurden, und Werken von Piazzolla. Das Publikum war begeistert.

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